Kettenschaltung am E-Bike: Warum ein großes Ritzel leichter ist
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Bei einer Kettenschaltung macht ein größeres Ritzel hinten den Gang leichter, solange das Kettenblatt vorne gleich bleibt. Vorne ist die Richtung umgekehrt: Ein größeres Kettenblatt macht bei gleichem hinterem Ritzel den Gang schwerer. Wer diese beiden Stellen auseinanderhält, kann vor einer Tour die eigenen Gänge besser einordnen.
Die Erklärung gilt für eine normale Kettenschaltung. Bei Nabenschaltungen, Getrieben oder einer zusätzlichen internen Übersetzung zwischen Kurbel und Kettenblatt reicht das hier verwendete Zahlenpaar nicht für die gesamte Übersetzung.
Erst vorne und hinten zuordnen

Das Kettenblatt sitzt vorne an der Kurbel. Die Kassette besteht aus mehreren Ritzeln am Hinterrad. Für den gerade eingelegten Gang zählt das einzelne Ritzel, auf dem die Kette läuft.
Canyon erklärt das Verhältnis über die Zähnezahlen. Die Ca-Go-Anleitung für das Modell CS bestätigt ausdrücklich: Ein großes hinteres Ritzel ergibt einen leichteren Gang. Diese Richtung hängt vom Ort des Zahnrads ab – „groß“ allein genügt als Merksatz nicht.
| Was ändert sich? | Was bleibt gleich? | Wirkung auf die Übersetzung |
|---|---|---|
| Hinten auf ein größeres Ritzel | Vorderes Kettenblatt | Sie wird kleiner: leichterer Gang |
| Hinten auf ein kleineres Ritzel | Vorderes Kettenblatt | Sie wird größer: schwererer Gang |
| Vorne auf ein größeres Kettenblatt | Hinteres Ritzel | Sie wird größer |
| Vorne auf ein kleineres Kettenblatt | Hinteres Ritzel | Sie wird kleiner |
Die letzten beiden Zeilen beschreiben Räder mit mehreren vorderen Kettenblättern. Hat Ihr E-Bike vorne nur eines, wechseln Sie dort beim Schalten nichts.
Ein Zahlenpaar statt einer unklaren Gangnummer
Für den beschriebenen Antrieb rechnen Sie: Zähne vorne geteilt durch Zähne hinten. Der Wert beschreibt, wie oft sich das Hinterrad bei einer vollständigen Kurbelumdrehung im angetriebenen Zustand dreht. Ein kleinerer Wert bedeutet weniger Weg pro Trittumdrehung, wenn der Radumfang gleich bleibt.
Die folgenden Zahlen sind eigens gewählte Rechenbeispiele, keine Ausstattungsempfehlungen:
| Beispiel | Zähne vorne | Zähne hinten | Rechnung | Hinterradumdrehungen je Kurbelumdrehung |
|---|---|---|---|---|
| A | 42 | 14 | 42 ÷ 14 | 3 |
| B | 42 | 28 | 42 ÷ 28 | 1,5 |
| C | 36 | 24 | 36 ÷ 24 | 1,5 |
| D | 42 | 42 | 42 ÷ 42 | 1 |
Von A zu B bleibt vorne alles gleich. Hinten verdoppelt sich die Zähnezahl; der Zahlenwert halbiert sich. Bei gleichem Radumfang legt B pro Kurbelumdrehung halb so viel Strecke zurück wie A. Für dasselbe Tempo müssten Sie entsprechend doppelt so schnell treten. Daraus folgt weder eine Halbierung der persönlichen Anstrengung noch des Akkuverbrauchs.
B und C ergeben denselben Wert trotz unterschiedlicher Zahnräder. Das macht die Teile nicht austauschbar. D zeigt lediglich das Verhältnis eins zu eins; es bezeichnet keinen allgemein passenden Berggang.
Drei Angaben im Datenblatt auseinanderhalten
SHIMANO trennt Übersetzungsverhältnis, Sprünge zwischen benachbarten Gängen und gesamten Übersetzungsbereich. Für einen ersten Blick auf Ihr Rad helfen diese drei Fragen:
- Wie viele Ritzel gibt es? Eine Angabe wie „11-fach“ zählt die hinteren Gangstufen bei einer entsprechenden Kassette.
- Welche Zähnezahlen haben die beiden äußeren Enden? „11–42“ als Zähneangabe bezeichnet das kleinste und größte Ritzel; die Ganganzahl steht dort nicht.
- Welches vordere Kettenblatt gehört dazu? Ohne diese Zahl lässt sich der leichteste Gang aus der Kassettenspanne allein nicht berechnen.
Mehr Gänge bedeuten deshalb nicht automatisch einen leichteren kleinsten Gang. Auch lässt sich aus dem Verhältnis allein kein Tempo in km/h ablesen: Dafür fehlen mindestens Radumfang und Trittfrequenz.
Eine kurze Notiz für die nächste Tour
Notieren Sie aus der passenden Modellunterlage: Anzahl der vorderen Kettenblätter, deren Zähnezahlen und Zähnezahl des größten hinteren Ritzels. Ergänzen Sie den daraus errechneten kleinsten Wert nur, wenn der Antrieb in den beschriebenen Geltungsbereich fällt. Sind Motor- oder Getriebeangaben unklar, lassen Sie das Verhältnis vom Fachbetrieb zuordnen.
Zum Ablesen oder Nachsehen halten Sie sicher an; greifen Sie nicht an laufende Kette oder Zahnräder. Umbauten lassen sich aus der Rechnung nicht ableiten: Die zulässige Kombination muss zum konkreten Antrieb passen.
Für das eigentliche Schalten gilt die Bedienungsanleitung Ihres Modells. Ca Go verlangt beim CS gleichmäßiges Weiterpedalieren mit deutlich verringerter Pedalkraft und warnt vor Schalten unter hoher Last. Welche Taste oder Hebelbewegung an Ihrem Rad welchen Gang wählt, klären Sie vor der Fahrt. Die Zahnradgröße ist keine universelle Bedienungsanweisung für jeden Schalthebel.
Quellen und Stand
Geprüft am 24. Oktober 2026. Herstellerinformationen zur Technik und Bedienung; kein eigener Fahr- oder Produkttest.
- Canyon: „Bike-Antriebe im Check“, insbesondere Berechnung aus vorderer und hinterer Zähnezahl. https://www.canyon.com/de-de/blog-content/fahrrad-ratgeber/uebersetzungsverhaeltnis-bike/b05112022.html
- SHIMANO: „A Guide to SHIMANO 1x and 2x Gearing Setups for Gravel“, Begriffe Gear Ratio, Gear Steps und Gear Range. https://bike.shimano.com/stories/article/a-guide-to-shimano-1x-and-2x-gearing-setups-for-gravel.html
- Ca Go: Original-Betriebsanleitung Modell CS, Ausgabe im Dateinamen 27.10.2023, Seiten 109–112, Kettenschaltung und Bedienung. https://www.cagobike.com/manuals/CaGo_Manual_CS_DE_2023-10-27.pdf?v68=
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