Communitycommunity

Ölpastell ab 60: Farbflächen, Überlagerungen und einfache Übungen

Der Beitrag

Ölpastellkreiden bringen Farbe direkt vom Stift aufs Papier. Für einen Einstieg ab 60 muss daraus nicht sofort ein fertiges Bild werden: Eine kleine Probefläche zeigt, wie sich das Material halten, auftragen und überlagern lässt. Dieser Beitrag konzentriert sich auf das Arbeiten ohne Wasser, Lösungsmittel und Sprays. Die Übungen sind redaktionelle Freizeitvorschläge, keine Aussage über gesundheitliche Wirkungen und keine Empfehlung für eine bestimmte Marke.

Material auswählen und erste Farbspuren vergleichen

Passendes Bild zum Beitrag Ölpastell ab 60: Farbflächen, Überlagerungen und einfache Übungen
Kleine ProbeWas tun Sie?Was vergleichen Sie?
Eine Linie entsteht.Nutzen Sie das Ende der Kreide.Prüfen Sie Breite und Verlauf.
Eine Fläche entsteht.Nutzen Sie die seitliche Kante.Prüfen Sie die sichtbare Papierstruktur.
Zwei Farben treffen sich.Überlagern Sie nur einen kleinen Bereich.Prüfen Sie den neuen Farbton.
Ein heller Bereich entsteht.Setzen Sie etwas Weiß über eine Probe.Prüfen Sie Deckung und Veränderung.

Ölpastell von anderen Pastellarten unterscheiden

Die genaue Materialbezeichnung lesen

Auf einem Kasten sollte ausdrücklich „Ölpastell“ oder „Oil Pastels“ stehen. „Pastell“ allein bezeichnet unterschiedliche Materialien. Caran d’Ache unterscheidet unter anderem kreidige Pastelle, Ölpastelle und Wachspastelle; Neocolor II Aquarelle ist beispielsweise eine wasserlösliche Wachspastellreihe. Quelle: [Caran d’Ache, Pastellarten auswählen](https://www.carandache.com/gb/en/guide-to-choosing-pastels). Eine mit Wasser vermalbare Kreide ist deshalb nicht automatisch dasselbe wie die hier beschriebene Ölpastellkreide.

Der Hersteller Sakura beschreibt seine Cray-Pas-Ölpastelle als Mischung aus Pigmenten, Wachs und Öl mit cremiger, mischbarer Konsistenz. Quelle: [Sakura, Cray-Pas Specialist](https://www.sakuraofamerica.com/product/cray-pas-specialist/). Wie weich sich ein konkreter Stift anfühlt, prüfen Sie am tatsächlichen Material. Nutzen Sie nach Möglichkeit eine vorhandene oder geliehene Auswahl, bevor Sie einen umfangreichen Kasten kaufen.

Für diese Übung werden weder Kreiden geschärft noch Schichten mit einer Klinge abgekratzt. Lassen Sie Papierhüllen dort am Stift, wo Sie ihn greifen möchten, und legen Sie die Kreiden in eine flache Ablage. So rollen sie nicht über den Tischrand. Herstellerhinweise zur Verwendung bleiben maßgeblich; Künstlerfarben sind keine Schminkprodukte.

Papier und eine kleine Farbauswahl zusammenstellen

Ein Probeblatt vor dem großen Motiv verwenden

Nehmen Sie festes Zeichenpapier oder einen ausdrücklich für Ölpastell vorgesehenen Block. Eine feste, saubere Unterlage verhindert, dass ein Einzelblatt über einen unebenen Tisch gezogen wird. Caran d’Ache erläutert, dass Papieroberfläche und Struktur die Auswahl beeinflussen. Quelle: [Caran d’Ache, Papier für Pastellarbeiten](https://www.carandache.com/gb/en/guide-to-choosing-pastels). Das ist kein Grund, sofort einen großen Spezialblock zu kaufen: Ein einzelnes passendes Probeblatt genügt für den ersten Vergleich.

Probieren Sie den vorhandenen Stift auf zwei kleinen Papierstücken aus, falls verschiedene Sorten bereitliegen. Bleiben helle Zwischenräume sichtbar? Lässt sich die Farbe in einer ruhigen Bewegung verteilen? Betrachten Sie die Proben bei demselben Licht und verändern Sie nicht gleichzeitig Stift, Papier und Griff. Daraus entsteht eine persönliche Materialentscheidung, keine allgemeine Papierregel für ein bestimmtes Lebensalter.

Eine überschaubare Auswahl könnte Gelb, Rot, Blau, Grün und Weiß enthalten. Sie müssen nicht alle Farben benutzen. Legen Sie nur die zwei Farben bereit, die zur nächsten Probe gehören. Ein schlichtes Blatt mit gut sichtbaren Farbspuren ist für diesen Versuch nützlicher als ein bereits eng bedrucktes Ausmalmotiv.

Linien, Flächen und Überlagerungen Schritt für Schritt ausprobieren

Freunde über 60 bei einem entspannten aktiven Ausflug an einen See

Stiftende und seitliche Kante getrennt verwenden

Die Spur ändern, ohne immer fester zu drücken

Ziehen Sie mit dem Stiftende einige kurze Linien. Halten Sie die Kreide anschließend etwas flacher und legen Sie mit ihrer seitlichen Kante eine kleine Fläche an. Probieren Sie beide Handgriffe auf einem freien Bereich, ohne die Papierhülle vollständig entfernen zu müssen. Unterschiedliche Stiftformen verhalten sich dabei anders; eine runde Kreide besitzt nicht dieselbe scharfe Kante wie ein eckiger Stift.

Beginnen Sie mit wenig Druck. Legen Sie daneben eine zweite Probe mit etwas mehr Farbauftrag an, sofern sich der Griff dabei angenehm anfühlt. Caran d’Ache nennt die Druckvariation als Möglichkeit, die Farbintensität zu verändern. Quelle: [Caran d’Ache, Pastelltechniken](https://www.carandache.com/gb/en/pastel-drawing-which-pencils-and-techniques). „Mehr Farbe“ bedeutet nicht, dass Sie die Kreide mit Kraft auf das Blatt pressen müssen.

Beobachten Sie den Unterschied aus Ihrer normalen Sitzposition. Eine sichtbare Papierstruktur kann zum Ergebnis gehören; sie ist nicht automatisch ein Fehler. Müssen Sie mit der Hand stark nachdrücken, probieren Sie zunächst einen anderen vorhandenen Stift oder ein anderes Probepapier. Das erste Ziel ist eine nachvollziehbare Farbspur, keine lückenlos gefüllte Fläche.

Zwei Farben in einem begrenzten Bereich überlagern

Eine kleine Mischzone statt vieler vollständiger Schichten anlegen

Legen Sie einen gelben und einen roten Farbbereich nebeneinander an und lassen Sie beide nur in der Mitte etwas überlappen. Die genaue Mischfarbe hängt vom verwendeten Material und den konkreten Farbtönen ab. Arbeiten Sie zunächst mit kurzen, leichten Strichen. Sakura hebt bei Cray-Pas die Mischbarkeit hervor; der folgende Aufbau ist eine eigene redaktionelle Übung. Quelle: [Sakura, Eigenschaften der Ölpastelle](https://www.sakuraofamerica.com/product/cray-pas-specialist/).

Lassen Sie neben der Mischzone jeweils ein Stück der ursprünglichen Farbe stehen. So erkennen Sie, welche Veränderung durch die Überlagerung entsteht. Legen Sie auf einem zweiten kleinen Feld die Farben in umgekehrter Reihenfolge an. Vergleichen Sie beide Ergebnisse, statt immer neue Schichten auf dieselbe Stelle zu setzen. Wird die Fläche unübersichtlich, beginnen Sie eine neue Probe.

Für einen helleren Versuch setzen Sie wenig Weiß über einen Teil der Farbprobe. Das muss keinen gleichmäßig hellen Ton ergeben; es zeigt zunächst, wie Ihr Set auf eine weitere Schicht reagiert. Wischen Sie eine mit Fremdfarbe verschmutzte Stiftspitze auf einem separaten Restpapier ab, bevor Sie einen sauberen weißen Bereich anlegen.

Caran d’Ache beschreibt auch das Verblenden von Ölpastellen mit den Fingern. Quelle: [Caran d’Ache, Ölpastell und Verläufe](https://www.carandache.com/gb/en/pastel-drawing-which-pencils-and-techniques). Für die ersten Versuche können Sie jedoch beim Auftrag mit der Kreide bleiben. Es ist nicht nötig, die ganze Hand über das Bild zu ziehen oder zusätzliche Hilfsmittel zu verwenden.

Aus den Proben eine kleine Gestaltung machen und sie schützen

Wenige Formen aus der Farbstudie übernehmen

Ein eigenes Muster statt einer anspruchsvollen Vorlage wählen

Wählen Sie zwei Proben aus, die Ihnen gefallen. Teilen Sie ein neues kleines Blatt gedanklich in wenige große Bereiche: zum Beispiel eine helle Fläche, eine dunklere Fläche und einen schmalen überlagerten Streifen dazwischen. Es muss kein erkennbarer Gegenstand entstehen. Ein abstraktes Muster macht die zuvor getesteten Handgriffe unmittelbar sichtbar, ohne dass zusätzlich eine genaue Zeichnung gelernt werden muss.

Lassen Sie bewusst etwas Papier frei und halten Sie die Hand möglichst außerhalb der bereits bemalten Bereiche. Drehen Sie die Unterlage, wenn Sie eine Stelle so leichter erreichen. Ziehen Sie das Blatt nicht quer durch die Farbablage und stellen Sie keine Tasse auf die Arbeitsfläche. Eine Pause ist jederzeit möglich; das kleine Muster hat keine vorgeschriebene Fertigstellungszeit.

Bewahren Sie eine Materialnotiz auf der unbemalten Rückseite oder auf einem separaten Zettel auf: Papiersorte, verwendete Kreiden und Reihenfolge der beiden Farben. Eine Beschreibung wie „Gelb zuerst, Rot darüber“ ist für den nächsten Versuch hilfreicher als die pauschale Bewertung „gut“ oder „schlecht“. Sie müssen die Probe nicht veröffentlichen oder mit fremden Bildern vergleichen.

Bildoberfläche und Arbeitsmaterial getrennt aufbewahren

Nicht auf ein vermeintlich vollständig trockenes Bild vertrauen

Sennelier beschreibt für seine Ölpastelle ein nicht trocknendes Bindemittel. Quelle: [Sennelier, Zusammensetzung der Ölpastelle](https://www.sennelier-colors.com/en/Pastels-huile_88.html). Eine Ölpastellarbeit sollte daher nicht wie ein getrocknetes Aquarell unmittelbar mit anderen Blättern zusammengepresst werden. Wie empfindlich die Oberfläche Ihres Materials bleibt, klären Sie über dessen Angaben und eine kleine Probe.

Caran d’Ache nennt Pergaminpapier als Schutz gegen Abfärben und Abrieb von Pastellarbeiten. Quelle: [Caran d’Ache, Arbeiten schützen](https://www.carandache.com/gb/en/pastel-drawing-which-pencils-and-techniques). Legen Sie das Blatt flach auf eine feste Unterlage und schützen Sie es passend zum verwendeten Material, ohne Druck auf dicke Farbstellen auszuüben. Für den Transport kann eine stabile Mappe die Unterlage aufnehmen. Testen Sie den Schutz zuerst an einer Farbprobe; eine Abdeckung macht die Oberfläche nicht automatisch berührungsfest.

Verwenden Sie kein beliebiges Fixierspray und kein Haarspray auf Verdacht. Wenn Sie später eine dauerhafte Präsentation möchten, fragen Sie nach einer für das konkrete Ölpastellmaterial geeigneten Lösung. Für die beschriebenen einfachen Proben sind weder Lösungsmittel noch eine chemische Nachbehandlung Teil des Ablaufs.

Sortieren Sie die Kreiden zurück in ihre Ablage und entfernen Sie Farbreste von der Arbeitsunterlage nach deren Pflegehinweisen. Waschen Sie die Hände vor dem Essen. So bleiben Probe, Material und Alltag voneinander getrennt. Ein gelungener Einstieg kann bereits darin bestehen, zwei verständliche Farbversuche aufzubewahren und beim nächsten Mal gezielt einen davon zu verändern.

Im Gespräch

0 Antworten

Noch keine Antworten. Schreiben Sie den ersten hilfreichen Kommentar.