Pilze beim Spaziergang fotografieren: Eine Fundreihe zusammenhalten
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Eine Pilz-Fotoreihe vom Spaziergang sollte den Fundort, die ganze sichtbare Form und erreichbare Einzelheiten zeigen. Ein schönes Bild des Hutes allein lässt vieles offen. Halten Sie deshalb auch fest, welche Ansicht fehlt, und ordnen Sie die Bilder jeweils demselben Fund zu.
Die folgende Anleitung ist für eine beobachtende Fotorunde gedacht: Die Pilze bleiben an ihrem Platz. Sie können damit eine persönliche Naturmappe anlegen oder Fragen für eine geführte Exkursion sammeln. Eine Verzehrentscheidung lässt sich daraus nicht ableiten.
Einen erreichbaren Fotostopp wählen

Suchen Sie ein Motiv, das von einem festen Standplatz am Weg aus sichtbar ist. Bleiben Sie beim Fotografieren stehen und lassen Sie ausreichend Platz für andere Menschen auf dem Weg. Ein entfernterer Fund muss nicht durch einen unsicheren Schritt über Wurzeln oder in einen Graben erreichbar gemacht werden.
Für diese Runde wird nichts ausgegraben, abgeschnitten oder als Fotodekoration umgesetzt. Lassen Sie auch Holzstücke liegen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie nennt den Erhalt stehender und liegender Biotopbäume sowie das Belassen von Totholz als Schutzmaßnahmen. Quelle: DGfM, „Pilze und Naturschutz“, Abschnitt Artenschutz (https://www.dgfm-ev.de/de/naturschutz/pilze-und-naturschutz).
Eine kurze Strecke mit wenigen gut erreichbaren Motiven kann genug Stoff für den Nachmittag liefern. Sie müssen keine bestimmte Anzahl von Arten finden. Planen Sie den Rückweg unabhängig davon, ob unterwegs ein interessantes Motiv auftaucht.
Eine Bildfolge je Fund aufnehmen
Geben Sie der ersten Beobachtung eine einfache Kennung, etwa F01. Schreiben Sie diese mit Datum in eine Notiz. Nehmen Sie die zugehörigen Bilder nacheinander auf, bevor Sie zum nächsten Motiv wechseln.
Bei einem Pilz mit Hut und Stiel können folgende Ansichten helfen:
| Aufnahme | Was soll erkennbar sein? | Was bleibt gegebenenfalls offen? |
|---|---|---|
| Umgebung | Fund im Zusammenhang mit Weg, Boden oder Holz | Der genaue Untergrund unter Laub |
| Ganze sichtbare Form | Hut und erreichbarer Stielbereich | Eine verdeckte Stielbasis |
| Hut näher | Oberfläche, Rand und erkennbare Strukturen | Details außerhalb der Schärfe |
| Seite oder Unterseite | Sichtbare Linien, Poren oder andere Strukturen | Unterseite, wenn sie nicht erreichbar ist |
Nicht jeder Pilz besitzt einen deutlich abgesetzten Hut und Stiel. Bei einer anders geformten Struktur beginnen Sie ebenfalls mit Umgebung und Gesamtansicht, ohne das Motiv in dieses Schema zu zwingen.
Der ArtenFinder Rheinland-Pfalz betont in seinem Leitfaden, dass bei Pilzen zahlreiche Merkmale und Angaben zum Substrat und Waldtyp wichtig sind. Er nennt unter anderem Lamellen beziehungsweise Poren und Merkmale am Stiel. Die Fotofolge oben ist unsere vereinfachte Beobachtungshilfe; sie bildet keine vollständige Bestimmung ab. Quelle: ArtenFinder, Leitfaden, Abschnitt 25 „Pilze“, PDF-Seite 6 (https://artenfinder.rlp.de/sites/default/files/contents/rlp/Bilder%20%C3%9Cberarbeitung/Erkennungsmerkmale%20schwieriger%20Gattungen.pdf).
Fehlende Ansichten ausdrücklich notieren
Lässt sich die Unterseite vom gewählten Standplatz aus nicht aufnehmen, schreiben Sie „Unterseite nicht gesehen“. Ein Pilz wird für diese Fotorunde weder herausgezogen noch ein Hut hochgebogen. Dasselbe gilt für eine verdeckte Stielbasis.
„Nicht gesehen“ ist eine andere Aussage als „nicht vorhanden“. Auf einem Foto ohne sichtbaren Stielring können Bildausschnitt, Schatten oder ein verdeckter Bereich die Beurteilung verhindern. Ergänzen Sie ein solches Merkmal nicht aus einem ähnlichen Bild im Internet.
Am Bildschirm die tatsächliche Bildinformation prüfen
Öffnen Sie die Aufnahmen noch am Fotostopp. Vergrößern Sie die Stelle, die dokumentiert werden sollte: Ist tatsächlich der Pilz scharf oder nur das Blatt davor? Eine zusätzliche Aufnahme hilft nur, wenn sie die fehlende Information besser zeigt.
Fotografieren Sie für die Naturmappe ohne Farbfilter und bewahren Sie die unbearbeiteten Originale auf. Ein späterer enger Ausschnitt darf zusätzlich gespeichert werden; die Übersicht wird dafür nicht gelöscht. Notieren Sie Größen nur als gemessen, wenn Sie wirklich gemessen haben. Eine Schätzung aus der Erinnerung bekommt den Zusatz „geschätzt“.
Zwei benachbarte Funde nicht zu einem Steckbrief verbinden
Ein erfundenes Beispiel: F01 steht am Rand einer Laubschicht. Der Hut ist von oben sichtbar, die Unterseite bleibt verdeckt. Wenige Schritte weiter wächst F02 an einem liegenden Holzstück; hier ist seitlich eine Unterseite erkennbar.
Die Unterseitenaufnahme von F02 ergänzt nicht die fehlende Ansicht von F01. Legen Sie zwei getrennte Reihen an, selbst wenn die Hutfarben ähnlich erscheinen. Räumliche Nähe beweist weder dieselbe Art noch denselben Untergrund.
Eine passende eigene Notiz könnte so aussehen:
- F01: Übersicht und Hut fotografiert; Unterseite und Ansatz verdeckt; Untergrund nicht geklärt.
- F02: Holzstück im Übersichtsbild; seitliche Struktur fotografiert; Holzart unbekannt.
- Für beide: Datum, Bildnummern und offene Frage festhalten; Artname bleibt zunächst leer.
Einen Namensvorschlag als offene Frage behandeln
Wenn Sie später ein Buch oder eine App hinzunehmen, notieren Sie einen vorgeschlagenen Namen getrennt von Ihren Beobachtungen. Die DGfM warnt vor automatischen Scan-Ergebnissen, die falsch sein können. Quelle: „Können Pilz-Apps bei der Bestimmung von Pilzen helfen?“ (https://www.dgfm-ev.de/de/faq/antwort/koennen-pilz-apps-bei-der-bestimmung-von-pilzen-helfen).
Auch mehrere gute Fotos garantieren keine Artbestimmung. Die DGfM erklärt, dass wichtige Merkmale auf Bildern fehlen können und manche Arten mikroskopisch untersucht werden müssen. Eine Verzehrfreigabe verlangt die persönliche Begutachtung der Pilze durch die beratende Person; eine zugesandte Fotoreihe ersetzt diese nicht. Quelle: DGfM, FAQ zur Bestimmung nach Bildern (https://www.dgfm-ev.de/de/faq/antwort/kann-ich-bei-der-dgfm-bilder-einreichen-um-mir-unbekannte-pilze-bestimmen-zu-lassen).
Für eine spätere Exkursion ist die konkrete Frage „Welche Ansicht fehlt bei F01?“ bereits nützlich. Die Naturmappe darf offene Einträge enthalten.
Quellen und Prüftag
Am 28.10.2026 inhaltlich geprüft. Bildfolge, Kennungen und die beiden Funde F01/F02 sind redaktionelle Beispiele. Sie dokumentieren keinen eigenen Pilzfund.
- ArtenFinder Rheinland-Pfalz: „Erkennungsmerkmale schwieriger Pflanzen-Gattungen, ein Leitfaden“, allgemeine Bildhinweise und Abschnitt 25 „Pilze“ (https://artenfinder.rlp.de/sites/default/files/contents/rlp/Bilder%20%C3%9Cberarbeitung/Erkennungsmerkmale%20schwieriger%20Gattungen.pdf).
- DGfM: „Pilze und Naturschutz“ (https://www.dgfm-ev.de/de/naturschutz/pilze-und-naturschutz).
- DGfM: FAQ zu Pilz-Apps (https://www.dgfm-ev.de/de/faq/antwort/koennen-pilz-apps-bei-der-bestimmung-von-pilzen-helfen).
- DGfM: FAQ zu eingesandten Pilzbildern und ihren Grenzen (https://www.dgfm-ev.de/de/faq/antwort/kann-ich-bei-der-dgfm-bilder-einreichen-um-mir-unbekannte-pilze-bestimmen-zu-lassen).
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