Herbstblätter pressen: Papierlagen und Fundzettel richtig ordnen
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Zwei Herbstblätter lassen sich zu einer kleinen Sammlung für die eigene Naturmappe pressen. Dabei hilft eine klare Ordnung: Das Laubblatt bleibt in seinem gefalteten Papierbogen, während feuchte Zwischenlagen ausgetauscht werden. Ein Fundzettel begleitet jedes Stück von Anfang an. So wissen Sie auch nach mehreren Papierwechseln noch, welches Blatt woher stammt.
Mit zwei einzelnen Blättern beginnen

Nehmen Sie für den Einstieg zwei noch biegsame, oberflächlich trockene Laubblätter aus dem eigenen Garten, die Sie verwenden dürfen. Geben Sie jedem eine eigene Kennung, etwa A und B. Ein einzelnes Blatt pro Bogen macht den Ablauf übersichtlich; Sie müssen keine umfangreiche Pflanzensammlung anlegen.
Legen Sie eine vorhandene Pflanzenpresse, gefaltete Zeitungsbögen, zusätzliche trockene Zeitungen, Wellpappe, Bleistift und kleine Notizzettel bereit. Nutzen Sie die Presse nach ihrer Anleitung auf einer stabilen Arbeitsfläche. Halten Sie daneben Platz für die entnommenen Zwischenlagen und die Ersatzbögen frei. Eine abgeräumte Tischhälfte erleichtert später den Wechsel.
Schreiben Sie zu A und B jeweils Datum und Herkunft auf. Eine Artbezeichnung können Sie ergänzen, wenn sie feststeht. Bleibt die Zuordnung unsicher, ist „Art offen“ eine passende Angabe für die private Mappe.
Pflanzenbogen und Zwischenlage unterscheiden
Das Naturkundemuseum Stuttgart beschreibt zwei verschiedene Papierlagen: Im einfachen gefalteten Zeitungsbogen bleibt das Pflanzenmaterial bis zum Trocknen liegen. Dickere Zeitungslagen dazwischen nehmen Feuchtigkeit auf und werden gewechselt. Das Material wird flach ausgelegt, ohne sich möglichst zu überdecken; Wellpappe zwischen einigen Lagen unterstützt die Belüftung. Quelle: [Naturkundemuseum Stuttgart, „Wie lege ich ein Herbar an?“, Abschnitt „So wird gepresst“](https://www.naturkundemuseum-bw.de/forschung/science-blog/wie-lege-ich-ein-herbar-an).
Für Ihre zwei Blätter können Sie den Aufbau vor dem Schließen einmal laut oder mit dem Finger verfolgen: Pflanzenbogen A – dicke Zwischenlage – Pflanzenbogen B. Die übrigen Lagen und der Abschluss richten sich nach der vorhandenen Presse. Schreiben Sie A beziehungsweise B zusätzlich außen an den zugehörigen Pflanzenbogen. Legen Sie den passenden Fundzettel zum Blatt, ohne dieses zu verdecken.
Kontrollieren Sie beim ersten Einlegen Kennung und Zettel in A. Schließen Sie diesen Pflanzenbogen, bevor Sie B vorbereiten. Beim späteren Wechsel der äußeren Zwischenlagen bewegen Sie jeden Pflanzenbogen als geschlossene Einheit.
Frische Farbe vor dem Pressen festhalten
Die Royal Horticultural Society empfiehlt, beim Sammeln auch Eigenschaften zu notieren, die beim Pressen verloren gehen können, darunter die ursprüngliche Farbe. Sie sieht eine erste Kontrolle nach 24 Stunden vor und weist auf unterschiedliche Trocknungszeiten je nach Material und Bedingungen hin. Quelle: [RHS, „Pressing and collecting samples“, Schritte 2 und 6](https://www.rhs.org.uk/science/conservation-biodiversity/conserving-garden-plants/rhs-herbarium/pressing-and-collecting-samples).
Ergänzen Sie deshalb vor dem Einlegen eine kurze Farbbeobachtung, etwa „gelb mit braunem Rand“, und bei Bedarf ein Foto mit derselben Kennung. Das Bild erhält einen passenden Dateinamen wie „A-vor-dem-Pressen“. Eine spätere Farbabweichung lässt sich dann auf das konkrete Stück beziehen. Versprechen Sie sich keine unveränderte Herbstfarbe im fertigen Blatt.
Beim Papierwechsel eine Einheit nach der anderen bearbeiten
Das Museum empfiehlt, in den ersten Tagen feuchte Zwischenlagen mehrfach durch trockene zu ersetzen und die Presse warm und trocken aufzustellen. Planen Sie deshalb auch nach dem ersten Einlegen Zeit für Kontrollen ein.
Bereiten Sie die trockenen Ersatzlagen vor, bevor Sie den Stapel öffnen. Arbeiten Sie dann von oben nach unten. Der geschlossene Pflanzenbogen und sein Fundzettel bleiben zusammen. Nach dem Austausch setzen Sie den Stapel wieder gemäß der Pressenanleitung zusammen.
Diese eigene Entscheidungshilfe unterstützt den Ablauf:
| Was liegt vor Ihnen? | Nächster Schritt | Eintrag für die Übersicht |
|---|---|---|
| Die Zwischenlage bei A ist feucht. | Durch eine trockene Zwischenlage ersetzen; A im eigenen Pflanzenbogen belassen. | Datum und „A: Zwischenlage gewechselt“. |
| Ein Zettel liegt lose zwischen A und B. | Zuordnung anhand vorhandener Kennungen prüfen, bevor Sie weiterstapeln. | Falls ungeklärt: „Zettelzuordnung offen“. |
| A und B wurden an verschiedenen Tagen eingelegt. | Beide Stücke einzeln kontrollieren und ihre Angaben beibehalten. | Für jedes Stück den eigenen Einlege- und Kontrolltag führen. |
Ein ungeklärter Zettel muss keinen erfundenen Fundort bekommen. Bewahren Sie ihn mit einer entsprechenden Notiz auf. Beim nächsten Ansatz können Sie die Kennungen deutlicher außen anbringen.
Die getrockneten Stücke in die Mappe übernehmen
Übernehmen Sie die Stücke erst, wenn sie durchgetrocknet sind. Bleibt Material noch feucht, trocknen Sie es mit trockenen Zwischenlagen weiter. Lassen Sie sich beim Herausnehmen Zeit: Getrocknetes Material kann leicht brechen. Übernehmen Sie Kennung, Fundzettel und gegebenenfalls die Farbnotiz gemeinsam auf die zugehörige Sammlungsseite. Bewahren Sie die fertigen Seiten flach, trocken und lichtgeschützt auf; das Museum beschreibt dafür zusätzlich einen schützenden gefalteten Papierbogen.
Eine brauchbare erste Seite enthält das Blatt, seine Herkunft und die nachvollziehbaren Notizen. Wer anschließend weitere Seiten gestaltet, kann ergänzend Blattstrukturen abreiben oder die herbstliche Veränderung eines bestimmten Baums draußen verfolgen. Die verwandten Anleitungen unten führen zu diesen beiden Freizeitideen.
Quellen geprüft am 3. November 2026. Kennungen, Arbeitsfolge und Entscheidungstabelle sind eigene redaktionelle Ordnungshilfen. Für diesen Beitrag wurden keine Blätter gesammelt oder Pressversuche durchgeführt.
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