Redaktioneller Ratgeber

Orientierungslauf ab 60: Karte verstehen, Posten finden und im Gehen starten

Der Beitrag

Beim Orientierungslauf, kurz OL, suchen Sie mit einer speziellen Karte und einem Kompass Kontrollpunkte im Gelände. Diese sogenannten Posten müssen auf einer gewöhnlichen OL-Bahn in der vorgegebenen Reihenfolge erreicht werden. Im Wettkampf zählt die Zeit; bei einem angeleiteten ersten Versuch können Sie dagegen das Lesen der Karte in den Mittelpunkt stellen. Wir zeigen Ihnen, welche Fragen Sie vor einem Einstieg ab 60 stellen sollten und wie Sie eine kurze, ausdrücklich dafür geeignete Übungsbahn im Gehen kennenlernen können. Vereinbaren Sie dieses Vorgehen vorab mit der Betreuung, statt eine beliebige Wettkampfbahn als Spazierstrecke zu betrachten.

Einsteigerangebot und Leihmaterial vorab klären

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PlanungspunktWas passt zum ersten Versuch?Was müssen Sie erfragen?
GeländeEine übersichtliche kurze Übungsbahn passt.Fragen Sie nach Untergrund und Steigungen.
BetreuungEine Einführung muss Fragen zulassen.Klären Sie Begleitung und Gehtempo.
MaterialLeihmaterial genügt zum Kennenlernen.Fragen Sie nach Kompass und Kontrollchip.
RückkehrEin fester Treffpunkt schafft Klarheit.Vereinbaren Sie Rückmeldung und Endzeit.

Die Schwierigkeit nicht aus der Altersklasse ableiten

Strecke und Begleitung gesondert erfragen

Fragen Sie einen OL-Verein nach einer Einführung für Erwachsene ohne Vorkenntnisse. Der Deutsche Orientierungssport-Verband weist darauf hin, dass neben der Bahnlänge auch die Orientierungsschwierigkeit wichtig ist. Eine kurze Bahn kann anspruchsvolle Kartenarbeit verlangen. Wählen Sie daher nicht automatisch eine Senioren-Wettkampfkategorie, nur weil das Alter passt. Lassen Sie sich erklären, ob das Angebot zum ruhigen Lernen geeignet ist und ob Sie begleitet starten dürfen.

Bitten Sie um eine konkrete Beschreibung des Geländes: Gibt es gut erkennbare Wege, unebene Abschnitte oder Steigungen? Fragen Sie auch, ob die Posten der Anfängerbahn von den vorgesehenen Wegen aus erreichbar sind. Für einen ersten Versuch sollten Sie gemeinsam eine überschaubare Aufgabe festlegen. Eine Runde mit wenigen erklärten Posten ist zum Kennenlernen sinnvoller als eine Strecke, deren Anforderungen Sie noch nicht einschätzen können.

Karte, Kompass und Postennachweis erklären lassen

Vor dem Kauf das bereitgestellte Material ausprobieren

Nach den DOSV-Ausrüstungshinweisen wird die Veranstaltungskarte bereitgestellt; ein elektronischer Kontrollchip lässt sich gewöhnlich ausleihen. Fragen Sie trotzdem nach den Bedingungen des konkreten Termins und nach einem Leihkompass. Kaufen Sie nicht vorsorglich eine umfangreiche Spezialausrüstung. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie die Karte halten und welchen Teil der Kompassnadel Sie als Nordanzeige erkennen müssen.

Probieren Sie vor dem Start auch den vorgesehenen Postennachweis aus. Bei einem elektronischen System müssen Sie die vorbereitenden Schritte und die Bestätigung einer Erfassung verstehen. Fragen Sie nach, wenn Sie ein Signal nicht zuordnen können. Wählen Sie Schuhe und wetterpassende Kleidung nach dem angekündigten Gelände. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass eine für den Hallensport passende Sohle auch zu dieser Übungsbahn passt.

Die Karte auf das Gelände beziehen

Aktive Menschen über 60 beim gemeinsamen Boulespielen im Park

Start und nächsten Posten auf der Karte bestimmen

Die Verbindungslinie ist keine vorgegebene Gehstrecke

Lassen Sie sich auf der Übungskarte den Start und den nächsten Posten zeigen. In gewöhnlichen OL-Karten kennzeichnet ein Dreieck den Orientierungsbeginn, ein Kreis den Postenstandort. Der genaue Standort liegt in der Kreismitte. Der SC Klecken erläutert an einer Beispielbahn, dass die Verbindung zwischen Posten die Luftlinie zeigt. Sie müssen deshalb eine geeignete Route wählen; Sie dürfen die Linie nicht als Aufforderung zum geraden Durchqueren jedes Hindernisses verstehen.

Suchen Sie mit der Betreuung einen klaren Anhaltspunkt auf der vorgesehenen Route, zum Beispiel eine Weggabelung. Zeigen Sie das entsprechende Kartenzeichen und anschließend die Stelle im Gelände. Lassen Sie unbekannte Zeichen anhand der Legende erklären. Wählen Sie für diese erste Übung einen verständlichen Weg, nicht die vermeintlich kürzeste Querung. Sperrflächen und örtliche Betretungsverbote müssen Sie beachten.

Die Karte ausrichten, bevor Sie weitergehen

Nordrichtung und sichtbare Wege zusammen prüfen

Bleiben Sie zum Lesen an einer geeigneten Stelle stehen. Die Trainingsplattform mobilesport.ch erläutert die Kartenausrichtung so: Nordanzeige der Kompassnadel und Nordrichtung der Karte müssen zusammenpassen. Lassen Sie sich den Handgriff am ausgeliehenen Kompass vorführen und führen Sie ihn danach selbst aus. Vergleichen Sie zusätzlich, ob der Weg vor Ihnen auf der Karte in derselben Richtung verläuft.

Bei einem Richtungswechsel dürfen Sie die Karte nicht bloß deshalb wieder drehen, damit ihre Beschriftung bequem nach oben zeigt. Behalten Sie die Ausrichtung zum Gelände bei und nehmen Sie sich Zeit für den neuen Vergleich. Erhöhen Sie das Tempo erst, wenn Sie Ihren Standort und den nächsten Abschnitt nachvollziehen können. Für den vereinbarten Einstieg im Gehen ist eine Lesepause kein Fehler, den Sie mit schnellerem Weiterlaufen ausgleichen müssen.

Posten bestätigen und die Einheit geordnet beenden

Die richtige Kontrollstelle erkennen

Codezahl prüfen und die Erfassung bestätigen

OL-Posten werden üblicherweise durch orange-weiße Stoffmarkierungen kenntlich gemacht. Prüfen Sie dennoch nicht nur die Farbe des Postenschirms. Vergleichen Sie die Codezahl der Station mit der Angabe in Ihrer Postenbeschreibung. Der DOSV beschreibt diese Zahlen ausdrücklich als Möglichkeit, den richtigen Posten zu kontrollieren. Fragen Sie bei der Einführung nach, wo die Angaben auf Ihren Unterlagen zu finden sind.

Bestätigen Sie den Besuch mit dem vorgesehenen System und prüfen Sie dessen Rückmeldung nach der Einweisung. Bestimmen Sie anschließend auf der Karte den nächsten Posten, statt anderen Teilnehmenden einfach zu folgen. Deren Bahn kann eine andere Reihenfolge haben. Wenn Karte und Standort nicht zusammenpassen, müssen Sie die Klärung mit Ihrer Begleitung vor dem Weitergehen einschieben. Sammeln Sie nicht wahllos beliebige Kontrollstellen.

Rückkehr und Rückmeldung vorher vereinbaren

Auch eine abgebrochene Übung muss geordnet enden

Klären Sie vor dem Start, wann die Übung spätestens endet und wie Sie zum vereinbarten Treffpunkt zurückkehren sollen. Wenn Sie früher aufhören möchten, müssen Sie die Betreuung informieren. Gehen Sie nicht ohne Rückmeldung nach Hause. Vereinbaren Sie auch, wie Sie Hilfe erreichen können, falls Sie unterwegs Unterstützung benötigen. Ein begleiteter erster Versuch erleichtert diese Absprachen.

Bei einer Veranstaltung mit elektronischem Kontrollsystem gehört nach dem Zieleinlauf das Auslesen des Chips zum Ablauf, wie der DOSV erläutert. Lassen Sie sich zeigen, wo dies geschieht, und geben Sie Leihmaterial an der vereinbarten Stelle zurück. Besprechen Sie danach einen einzelnen unklaren Abschnitt mit der Betreuung. Notieren Sie beispielsweise, welches Kartenzeichen Sie noch üben möchten. Der nächste Termin sollte auf dieser Erfahrung aufbauen, nicht allein auf einer schnelleren Endzeit.

Informationsgrundlagen: DOSV, Einführung in den Orientierungslauf (https://o-sport.de/ol/informationen/was-ist-ol/), Ausrüstung (https://o-sport.de/orientierungssport/was-ist-orientierungssport/ausruestung/) und Veranstaltungsablauf (https://o-sport.de/orientierungssport/was-ist-orientierungssport/veranstaltung/); SC Klecken, Orientierung nach Karte (https://www.sc-klecken.de/das-sportangebot/orientierungslauf-ol/orientierung-nach-karte/); mobilesport.ch, Karten verstehen und ausrichten (https://www.mobilesport.ch/aktuell/orientierungslauf-karten-verstehen-und-ausrichten/). Die Vorschläge für Begleitung, Lesepausen und Nachbesprechung sind redaktionelle Orientierung für einen vereinbarten Lerntermin; beachten Sie die örtlichen Vorgaben.

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