Redaktioneller Ratgeber

Kubb lernen: Feldkubbs, Wurflinie und König

Der Beitrag

Beim Kubb bleiben umgeworfene Holzklötze normalerweise im Spiel: Sie werden in die andere Feldhälfte eingeworfen und dort wieder aufgestellt. Wer einwirft, muss diese Feldkubbs anschließend zuerst treffen. Erst danach sind die noch stehenden Klötze auf der gegnerischen Grundlinie an der Reihe.

Dieser Ablauf erklärt, warum ein früher Treffer das Spiel verändern kann, ohne schon einen endgültig entfernten Klotz zu bedeuten. Der folgende Einstieg orientiert sich am Regelwerk des Deutschen Kubb-Bunds, Fassung seit der Mitgliederversammlung 2025. Er konzentriert sich auf eindeutige Spielsituationen; für Grenzlagen und Turnierbesonderheiten ist das vollständige Regelwerk verlinkt.

Das Feld vor der ersten Runde benennen

Aktive Menschen über 60 beim gemeinsamen Boulespielen im Park

Die beiden kurzen Seiten des rechteckigen Spielfeldes heißen Grundlinien. Dort stehen anfangs die Zielklötze; der größere König steht in der Mitte. Zwei Teams spielen von gegenüberliegenden Seiten aus.

Gehen Sie die Begriffe zunächst ohne Würfe durch: Wo ist unsere Grundlinie, wo die gegnerische? Wo verläuft die Mittellinie? Zeigen Sie einmal auf einen Grundlinienkubb und auf den König. Ein Klotz wird zum Feldkubb, wenn er nach einem Treffer eingeworfen und innerhalb einer Feldhälfte aufgestellt wird.

Wählen Sie für das Kennenlernen eine übersichtliche Fläche ohne durchquerenden Fußweg. Rund um das Rechteck brauchen die Beteiligten zusätzlich Platz zum Warten und Gehen. Prüfen Sie Material und Boden vorab; gesplitterte Hölzer und rutschige Standplätze eignen sich nicht zum Ausprobieren. Eine Bank und Taschen bleiben außerhalb der Wurfbahn.

Ein Treffer aus Sicht beider Teams

Ein eigenes Beispiel mit Team A und Team B macht den Rollenwechsel deutlich:

1. A trifft zwei Grundlinienkubbs von B.

2. B wirft diese gefallenen Kubbs von seiner Grundlinie in As Feldhälfte ein.

3. A klappt die gültig eingeworfenen Klötze an der Landestelle über eine kurze Kante auf.

4. B muss dort zuerst beide Feldkubbs treffen. Erst danach sind As Grundlinienkubbs an der Reihe.

Lassen Sie eine Person den Ablauf mit den Fingern zeigen, bevor geworfen wird. Die Frage lautet: „Welche Klötze muss das Team am Zug zuerst treffen?“ Das hilft mehr als eine feste Zuordnung nach Holzfarbe. Derselbe Klotz kann im weiteren Spiel wieder auf der anderen Seite landen.

Vereinbaren Sie vorab, welche Regeln beim vorhandenen Angebot gelten. Die begrenzte Lernfolge am Ende dieses Beitrags ist eine Übung.

Was passiert, wenn ein Feldkubb stehen bleibt?

Bleibt ein Feldkubb stehen, darf das Team, in dessen Hälfte er steht, für seine Wurfhölzer näher heran. Bei mehreren zählt der Feldkubb am nächsten zur Mittellinie. Die gedachte Abwurflinie verläuft durch ihn parallel zur Grundlinie.

Im Beispiel lässt B einen Feldkubb in der Hälfte von A stehen. A darf deshalb für seine Wurfhölzer bis zur entsprechenden Linie vorgehen. A wirft zuvor die während Bs Zug gefallenen Kubbs regelgerecht in die Hälfte von B ein. Anschließend zielt A weiterhin auf die Klötze in Bs Hälfte. Der bei A stehen gebliebene Feldkubb verkürzt den Wurfweg; er wird dadurch nicht zu As nächstem Ziel.

Zeigen Sie die neue Linie gemeinsam an, bevor jemand wirft. Ein Satz wie „Du darfst näher heran“ ist ohne Bezugspunkt unklar. Zum Einwerfen der gefallenen Kubbs geht es weiterhin zurück an die eigene ursprüngliche Grundlinie.

Beim König gilt wieder die ursprüngliche Grundlinie

Sind alle Feld- und Grundlinienkubbs in der gegnerischen Hälfte gefallen und noch Wurfhölzer übrig, darf das Team den König angreifen. Dafür wird immer von der eigenen ursprünglichen Grundlinie geworfen. Die zuvor erlaubte nähere Linie gilt hier nicht.

Nächste HandlungWelcher Ausgangspunkt gehört dazu?
Gefallene Kubbs in die andere Hälfte einwerfenEigene ursprüngliche Grundlinie.
Mit Wurfhölzern auf Feld- oder Grundlinienkubbs werfenGrundlinie oder eine regelgerecht entstandene nähere Abwurflinie.
Nach erfüllten Voraussetzungen auf den König werfenEigene ursprüngliche Grundlinie.

Prüfen Sie vor einem Königswurf gemeinsam: „Steht noch ein Zielkubb drüben? Ist ein Wurfholz übrig? Stehe ich wieder an der Grundlinie?“ Wird der König durch einen Kubb oder ein Wurfholz zu früh umgeworfen, verliert das verursachende Team.

Erst den Ablauf, dann eine ganze Partie üben

Für einen kurzen Einstieg können Sie drei Situationen ohne Wettbewerbswertung durchgehen: zwei eingeworfene Feldkubbs, ein stehen gebliebener Feldkubb und die Vorbereitung eines erlaubten Königswurfs. Stellen Sie diese Übungssituationen bewusst gemeinsam auf. Während einer echten Partie werden die Klötze dagegen nicht zur Erklärung beliebig verschoben.

Eine Person nennt das nächste Ziel, eine zweite bestätigt den Ausgangspunkt. Dann wird erst geworfen. Wurfhölzer werden einhändig von unten nach vorn geführt; eine waagerechte Propellerbewegung gehört nicht zur erlaubten Technik. Lassen Sie sich die Bewegung zeigen, und werfen Sie erst, wenn das Feld frei ist und alle Klötze ruhen.

Vereinbaren Sie für die Übung ein deutliches „Stopp“: Danach bleiben die Hölzer in der Hand, bis das weitere Vorgehen abgesprochen ist. Einsammeln, Aufrichten und Werfen finden in getrennten Phasen statt. Wer Hilfe beim Aufnehmen braucht, kann diese Aufgabe abgeben und stattdessen den Ablauf ansagen. Pausen und ein früher Abschluss werden vor dem Beginn verabredet.

Quellen und Prüfdatum

Geprüft am 18.10.2026. Beispiel mit A/B, Entscheidungstabelle und Lernfolge sind eigene redaktionelle Erklärungen. Für eine vollständige Partie gehören auch Einwurfgrenzen, ungültige Würfe und weitere Sonderfälle aus dem jeweiligen Regelwerk dazu.

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