Redaktioneller Ratgeber

Recurve-Bogenschießen: Ringe und Satzpunkte im Einzel trennen

Der Beitrag

Im Recurve-Einzelmatch entscheidet der Stand der Satzpunkte. Die Ringzahlen der drei Pfeile werden zunächst innerhalb eines Satzes addiert. Der höhere Satzwert bringt zwei Satzpunkte, ein Gleichstand beiden Beteiligten je einen. Deshalb kann jemand über das ganze Match mehr Ringe treffen und trotzdem verlieren.

Beim ersten Vereinstermin oder beim Zuschauen hilft eine Mitschreibkarte mit klar getrennten Spalten. Dieser Beitrag erklärt das Einzelmatch im Satzsystem beim Scheibenschießen nach World Archery. Die Rechenbeispiele sind erfunden und lassen sich ohne Bogen auf Papier nachvollziehen.

Zwei Spalten beantworten zwei verschiedene Fragen

Aktive Menschen über 60 beim gemeinsamen Boulespielen im Park

Schreiben Sie über die erste Spalte „Ringe dieses Satzes“ und über die zweite „Satzpunkte im Match“. Ein Satz im hier beschriebenen Einzel besteht aus drei Pfeilen pro Person. Es gibt höchstens fünf reguläre Sätze. Erst werden deren Werte zusammengezählt; anschließend wird aus dem Vergleich die Satzpunktvergabe abgeleitet.

  • Höhere Ringzahl im Satz: zwei Satzpunkte für diese Person, null für die andere.
  • Gleiche Ringzahl im Satz: ein Satzpunkt für jede Person.
  • Nach jedem Satz: neue Satzpunkte zum bisherigen Matchstand addieren und prüfen, ob das Match beendet ist.

Die Regeln dazu stehen in World Archery Book 3, Abschnitt 12.1.4.1. Das Ziel sind sechs Satzpunkte; je nach vorherigem Stand kann der entscheidende Satz auch direkt zu sieben führen. Die Ringdifferenz wird dabei nicht als zusätzliche Satzpunktzahl übertragen.

Vier Sätze: Mehr Ringe und trotzdem ausgeschieden

In dieser Papierübung treten A und B in einem Recurve-Einzelmatch gegeneinander an. Die angenommenen Satzwerte sind bereits bestätigt. Der Doppelpunkt trennt in jeder Spalte A von B.

SatzRinge A:BNeue Satzpunkte A:BMatchstand A:B
130:242:02:0
222:230:22:2
323:240:22:4
427:280:22:6

A beginnt etwa mit 10 + 10 + 10 = 30 Ringen; B könnte im selben Satz 8 + 8 + 8 = 24 treffen. Die sechs Ringe Vorsprung ergeben trotzdem nur zwei Satzpunkte. In den folgenden drei Sätzen gewinnt B jeweils mit einem Ring Vorsprung und erhält jedes Mal ebenfalls zwei Satzpunkte.

Nach Satz vier gewinnt B das Match mit 6:2 Satzpunkten. Eine fünfte Zeile wird nicht mehr benötigt. Addiert man die Ringzahlen nur zur Kontrolle, hat A jedoch 30 + 22 + 23 + 27 = 102 und B 24 + 23 + 24 + 28 = 99 Ringe. Die Rechnung ist richtig; sie beantwortet hier lediglich nicht die Frage nach dem Matchsieg.

Zum Nachrechnen können Sie zuerst die letzte Spalte abdecken. Entscheiden Sie für jede Zeile einzeln, wer die höhere Ringzahl hat, und vergeben Sie erst danach die Satzpunkte. Decken Sie anschließend den laufenden Stand auf. So wird ein großer Vorsprung im ersten Satz nicht versehentlich in den nächsten mitgenommen.

Was ein unentschiedener Satz verändert

Betrachten Sie nun eine separate Situation: Der Matchstand lautet 2:2, und beide erreichen im nächsten Satz 24 Ringe. Danach steht es 3:3. Der Satz wird nicht wiederholt, und der Matchstand bleibt nicht bei 2:2 stehen.

Auch ein Unentschieden kann ein Match beenden. Führt A bereits 5:3 und der nächste Satz endet ringgleich, wird daraus 6:4. Gewinnt A diesen Satz stattdessen, ergibt die Addition 7:3. Sie müssen den siebten Satzpunkt nicht streichen, damit die Anzeige genau sechs lautet.

Eine nützliche Gegenprobe für den eigenen Rechenzettel: Jeder vollständig gewertete Satz verteilt insgesamt zwei Satzpunkte. Nach vier Sätzen müssen die beiden Matchwerte zusammen acht ergeben. Beim Stand 5:3 passt das; 5:2 wäre für vier gewöhnlich gewertete Sätze ein Anlass, die Einträge nochmals durchzugehen.

Bei 5:5 folgt ein Stechen

Steht es nach fünf Sätzen 5:5, entscheidet im beschriebenen Einzelmatch ein Stechen. Beide schießen einen Pfeil. Nach Book 3, Abschnitt 12.5.2.2, zählt zunächst dessen Ringwert. Bei gleichem Wert entscheidet der geringere Abstand zum Zentrum. Ist auch dieser gleich, folgen weitere einzelne Stechpfeile; verfehlen beide den Wertungsbereich, schießen beide erneut.

Die vorher addierten Gesamtringe aus den fünf Sätzen ersetzen diese Entscheidung nicht. Notieren Sie auf Ihrem Übungsblatt „5:5 – Stechen“ und führen Sie die Stechentscheidung gesondert auf. Eine unklare Lage an einer echten Scheibe beurteilt die zuständige Wettkampfleitung beziehungsweise der Kampfrichter. Die Papierübung gibt keine Freigabe zum Schießen oder Pfeileholen.

Vor dem Mitrechnen das Format klären

Der Deutsche Schützenbund erläutert den Unterschied zwischen Recurve-Satzsystem und Compound-Gesamtringwertung. Bei der hier verglichenen Compound-Einzelwertung werden fünf Passen mit insgesamt 15 Pfeilen addiert. Übertragen Sie deshalb das obige Beispiel nicht auf eine beliebige Ergebnisliste.

Auch „Team“ und „Mixed Team“ sind eigene Formate: World Archery nennt für deren Recurve-Matches fünf Satzpunkte als Ziel, während das Einzel sechs anstrebt. Eine örtliche Vereinsliga oder ein Übungsspiel kann wiederum ausdrücklich andere Bedingungen verwenden.

Drei Fragen reichen als Einstieg für eine Rückfrage beim Verein:

  • Ist das eine Qualifikation, ein Einzelmatch oder ein Mannschaftsformat?
  • Werden Gesamtringe oder Satzpunkte für den Sieg gewertet?
  • Wo stehen auf dem verwendeten Zettel Satzwert, laufender Matchstand und ein mögliches Stechen?

Lassen Sie sich diese Felder vor dem ersten Mitschreiben zeigen. Für einen ruhigen Einstieg genügt es, zunächst ein bereits abgeschlossenes Beispiel gemeinsam auszuwerten.

Quellen und Prüfdatum

Geprüft am 26.10.2026. Rechentabelle, Kontrollsumme und Papierübung wurden redaktionell entwickelt. Sie dokumentieren kein tatsächlich geschossenes Match. Maßgeblich bleiben die Regeln der jeweiligen Veranstaltung.

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