8-Ball nach dem Foul: Wo darf die Weiße liegen?
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Nach einem Standardfoul im laufenden 8-Ball erhält das Gegenüber „Ball in Hand“: Die weiße Spielkugel darf auf der gesamten Spielfläche neu platziert werden. Ein bloß erfolgloser Stoß ohne Foul erteilt dieses Recht dagegen nicht. Vor dem Aufheben der Weißen muss deshalb geklärt sein, warum das Spielrecht wechselt.
Diese Regelhilfe betrifft 8-Ball mit nummerierten Vollen und Gestreiften nach den verlinkten Verbandsregeln. Die Kugelgruppen stehen in den Beispielen bereits fest. Die 8 bleibt auf dem Tisch; Break und Situationen des Spielverlusts werden nicht nach derselben kleinen Falltabelle entschieden. Andere Poolvarianten und vereinbarte Hausregeln brauchen ihre eigenen Absprachen.
Zuerst den Anlass, dann die Platzierung klären

Die [WPA Rules of Play, Regel 4.9](https://wpapool.com/wp-content/uploads/2026/10/WPA-Rules-2026-10-21-211.pdf), beschreiben den Wechsel nach einem Standardfoul und die freie Platzierung auf der Spielfläche. Für den Anstoß gibt es dagegen eigene Bestimmungen in Regel 4.3. „Immer hinter die Kopflinie“ wäre daher für ein Standardfoul während des laufenden Spiels die falsche Verallgemeinerung.
Ebenso wenig bedeutet ein Wechsel allein bereits „Ball in Hand“. Die Aufnahme endet auch, wenn keine Kugel mehr regelgerecht versenkt wird. Prüfen Sie eine fehlgeschlagene Tasche und ein Foul getrennt. Bei unklarem Ablauf wird die Frage vor dem nächsten Stoß geklärt, statt die Weiße vorsorglich anzuheben.
Die Weiße bewegen heißt nicht, den Tisch neu ordnen
Die [DBU-Spielregeln Pool, Regeln 1.5 und 3.6](https://billard-union.net/anhang.php?p=8a17c9989ee8e20866752d0adea62caeb994d255d0bbaad18db3520848350176), trennen die erlaubte Bewegung der Spielkugel von unerlaubtem Berühren anderer Kugeln. Mit Ball in Hand dürfen Sie die Lage der Weißen bis zum ausgeführten Stoß nochmals verändern. Eine erste Ablage legt den Ort also noch nicht endgültig fest.
Andere Kugeln dürfen dabei nicht versehentlich mit Hand, Kleidung oder der gehaltenen Weißen berührt oder verschoben werden. Eine solche unbeabsichtigte Berührung ist ebenfalls ein Standardfoul. Lassen Sie bei einer schwierigen Platzierung den Ablauf erklären, bevor Sie zwischen eng liegenden Kugeln hantieren.
Warten Sie, bis alle Kugeln zur Ruhe gekommen sind. Greifen Sie nicht gleichzeitig mit einer anderen Person auf den Tisch.
Vier Fälle vor dem nächsten Besuch besprechen
Die folgenden Situationen sind vollständig erfunden. A spielt die Vollen, B die Gestreiften; beide haben noch eigene Objektkugeln auf dem Tisch. Es handelt sich nicht um einen Break. Außer den jeweils genannten Vorgängen gibt es keine weiteren Fouls oder Sonderfälle.
| Vorgang | Wer ist danach berechtigt? | Was geschieht mit der Weißen? |
|---|---|---|
| A versenkt bei einem normalen Stoß die Weiße; die 8 bleibt liegen. | B mit Ball in Hand. | B darf sie auf der gesamten Spielfläche platzieren. |
| A trifft zuerst die eigene 3; danach läuft die Weiße an eine Bande. Keine Kugel fällt. | B übernimmt ohne Ball in Hand. | Aus der hinterlassenen Lage weiterspielen. |
| B hat bereits Ball in Hand, legt die Weiße ab und möchte sie vor dem Stoß nochmals versetzen. Andere Kugeln bleiben unberührt. | Weiterhin B. | Die Lage darf noch angepasst werden. |
| B berührt beim Platzieren versehentlich eine Objektkugel mit der Hand. | A nach diesem neuen Standardfoul. | A erhält Ball in Hand. |
Im zweiten Fall ist ausdrücklich ein Kontakt mit der Bande nach dem Treffen der richtigen Objektkugel vorgegeben. „Die Tasche verfehlt“ allein wäre als Fallbeschreibung zu unvollständig. Im vierten Fall reicht die unbeabsichtigte Berührung; eine deutlich sichtbare Verschiebung ist nicht erst die Voraussetzung.
Eine Papiermarke für das Platzierungsrecht verwenden
Zum Besprechen genügen die vier Fälle und eine Papiermarke neben dem Blatt. Beschriften Sie die Marke mit „Ball in Hand“. Legen Sie sie nur zu der Person, die dieses Recht im jeweiligen Fall hat. Im zweiten Fall bleibt sie zwischen den beiden Personenfeldern liegen: B ist zwar an der Reihe, hat aber kein Platzierungsrecht.
Trennen Sie anschließend zwei Fragen: „Wer stößt als Nächstes?“ und „Darf diese Person die Weiße neu hinlegen?“. Benennen Sie den Unterschied mit eigenen Worten, bevor Sie einen weiteren Fall lesen. Sie müssen dafür keine Fouls am Billardtisch nachspielen.
Bleibt ein Kontakt ungeklärt, klären Sie ihn vor dem nächsten Stoß. Eine unklare Situation wird nicht durch vorschnelles Umlegen der Kugeln gelöst.
Quellen geprüft am 31. Oktober 2026: WPA Rules of Play, gültig ab 21. Oktober 2026, sowie DBU-Spielregeln Pool, Stand 1. August 2026, Version 1.2. Falltabelle, Papiermarke und Rückfragestruktur wurden redaktionell erstellt. Es wurde keine eigene Partie als Praxistest durchgeführt.
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