Redaktioneller Ratgeber

Aquarell-Mischkarte: Ein Grün aus zwei vorhandenen Farben finden

Der Beitrag

Für die Wiese im Ausflugsbild fehlt ein passendes Grün? Probieren Sie zuerst zwei vorhandene Aquarellfarben auf einem Reststück Ihres Malpapiers aus. Eine kleine Mischkarte zeigt, welche Varianten Ihr Gelb und Ihr Blau ergeben und welche davon stärker verdünnt zum Motiv passt. Dabei werden zwei Entscheidungen getrennt: das Verhältnis der Farben und die Zugabe von Wasser.

Die folgende Übung ist für einen ruhigen Malnachmittag zu Hause oder am vorbereiteten Tisch im Freien gedacht. Sie brauchen dafür kein neues Farbset und keine fertige Landschaft zu malen.

Mit zwei bekannten Farben anfangen

Freunde über 60 bei einem entspannten aktiven Ausflug an einen See

Legen Sie einen gelben und einen blauen Aquarellfarbton, Pinsel, Palette, Wasser und ein Stück desselben Aquarellpapiers bereit, auf dem das spätere Bild entstehen soll. Halten Sie ein Tuch zum Abstreifen des Pinsels daneben. Lassen Sie auf dem Tisch Platz für die trocknende Karte.

Schreiben Sie vor dem Malen die genauen Farbnamen, gegebenenfalls Farbnummern und die verwendete Produktserie oben aufs Blatt. „Gelb aus dem kleinen Kasten“ ist später schwer zuzuordnen. Wenn die Bezeichnung fehlt, genügt zunächst eine eigene eindeutige Kennung, etwa „Gelb, oberes Fach links“. Behalten Sie diese Zuordnung für die Übung bei.

Schmincke erklärt, dass Farbnamen je nach Sortiment etwa historisch, durch Pigmente oder durch die Farbtonbeschreibung geprägt sein können. Ein Name allein liefert deshalb noch kein Mischrezept für alle Kästen. Quelle: [Schmincke, Die drei Grundfarben](https://www.schmincke.de/know-how/praktische-hinweise/die-drei-grundfarben-in-den-schmincke-kuenstlerfarbensortimenten).

Eine Karte mit drei Zeilen und zwei Spalten anlegen

Zeichnen Sie sechs großzügige Felder mit Abstand zueinander. Wählen Sie die Größe so, dass sich Farbe und Beschriftung aus Ihrer üblichen Sitzposition gut unterscheiden lassen. Links steht jeweils die erste Probe, rechts eine mit Wasser verdünnte Portion derselben Mischung.

ZeileLinkes Feld: Mischung zunächst auftragenRechtes Feld: Eine Portion davon verdünnen
M1Mit Gelb beginnen, wenig Blau hinzufügen.M1 mit zusätzlichem Wasser.
M2Eine zweite Mischung mit mehr Blau als bei M1 anlegen.M2 mit zusätzlichem Wasser.
M3Mit Blau beginnen, Gelb schrittweise hinzufügen.M3 mit zusätzlichem Wasser.

M1, M2 und M3 sind nur Kennungen auf Ihrer Karte. Die Tabelle verspricht weder bestimmte Farbtöne noch feste Mengenverhältnisse. Canson erläutert Gelb und Blau als Ausgangspaar für Grün im Farbkreis. Welches Grün Ihre konkreten Farben hervorbringen, prüfen Sie am eigenen Blatt. Quelle: [Canson, Color Basics](https://en.canson.com/expert-advice/color-basics).

Zuerst die Farbanteile verändern

Mischen Sie M1, M2 und M3 in getrennten Mulden oder auf drei getrennten Stellen der Palette. Nutzen Sie jeweils nur kleine Mengen. Spülen Sie den Pinsel beim Wechsel zwischen den Ausgangsfarben aus, damit nicht schon das gelbe Näpfchen unbemerkt Blau aufnimmt.

Beginnen Sie bei M2 erneut mit Gelb und geben Sie Blau schrittweise dazu. Schauen Sie dabei auf den Unterschied zu M1. Es geht um einen sichtbar anderen Mischton, nicht um eine abgezählte Zahl gleich großer Pinselportionen. Wenn beide Proben fast gleich aussehen, verändern Sie zunächst nur M2. Lassen Sie M1 als Vergleich stehen.

Tragen Sie jede Mischung einmal in ihr linkes Feld auf trockenes Papier auf. Lassen Sie zwischen den Feldern Papier frei und arbeiten Sie nicht über die Nachbarprobe. Halten Sie etwas von jeder Mischung auf der Palette zurück. Diese Reste werden für die rechte Spalte gebraucht.

Danach Wasser als eigene Veränderung ansehen

Nehmen Sie von M1 eine kleine Portion an eine freie Stelle der Palette und ergänzen Sie Wasser. Malen Sie damit das rechte M1-Feld. Wiederholen Sie diesen Ablauf für M2 und M3. Geben Sie in diesem Schritt weder weiteres Gelb noch weiteres Blau hinzu. So bleibt nachvollziehbar, dass die rechte Probe aus derselben Farbmischung stammt.

Canson beschreibt, wie Verdünnung bei Aquarell mehr vom weißen Papier durchscheinen lässt und dadurch hellere Farbwerte ermöglicht. Quelle: [Canson, Watercolor: colors and water dilution](https://en.canson.com/expert-advice/watercolor-colors-and-water-dilution). Für diesen Vergleich bleibt Deckweiß beiseite; Sie untersuchen hier ausschließlich die Wasserzugabe.

Die rechte Probe kommt in ein eigenes Feld. Sie wird nicht über die linke gemalt. Falls Sie versehentlich eine weitere Farbe hinzugeben, kennzeichnen Sie das Feld und legen die beabsichtigte Probe daneben neu an. Ein unbeschrifteter zusätzlicher Farbauftrag würde den Vergleich verändern.

Trocken vergleichen und eine Verwendung festhalten

Lassen Sie alle Felder trocknen und betrachten Sie die Karte am selben Platz neben Ihrem Motiv oder einem eigenen Ausflugsfoto. Vergleichen Sie zuerst M1 bis M3 innerhalb einer Spalte. Prüfen Sie anschließend für den bevorzugten Mischton das linke und rechte Feld.

Benennen Sie eine konkrete Verwendung: etwa „M2 rechts für die helle Wiese“. Das ist eine gestalterische Wahl, keine Behauptung, eine Wiese habe immer diesen Farbton. Passt keine Probe zur Bildidee, ist auch das ein nützliches Ergebnis. Beim nächsten Blatt können Sie gezielt eine der beiden Ausgangsfarben austauschen und die Karte neu beschriften.

Notieren Sie Datum, Papier und die gewählte Feldkennung. Die Karte ist eine Anschauung zum erneuten Annähern an Ihre Mischung, kein exakt dosiertes Rezept. Legen Sie sie trocken zu den Malunterlagen. Für die Planung von Hell und Dunkel sowie für das kleine Ausflugsset helfen die verlinkten weiteren Aquarellbeiträge.

Quellen und Prüfstand

Geprüft am 20.10.2026. Die verlinkten Texte stammen von den Herstellern Schmincke und Canson und erklären Farbbenennung, Farbmischung und Verdünnung. Die Karte mit sechs Feldern, ihre Kennungen und der Auswahlablauf sind eigene Übungsvorschläge der Redaktion. Es wurden keine bestimmten Farben getestet und keine fertigen Mischproben als Versuchsergebnis ausgegeben.

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