Dreimal dieselbe Schachstellung: Den Anfang mitzählen
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Bei dreimaliger Stellungswiederholung zählt bereits das erste Auftreten der Stellung mit. Es braucht also nicht drei Rückkehrschleifen. Außerdem genügt ein ähnlich aussehendes Brettbild nicht: Die Seite am Zug und die Zugmöglichkeiten müssen übereinstimmen. Für eine Lernrunde lässt sich das mit zwei Springern und einer kleinen Zählkarte nachvollziehen.
Die FIDE-Regeln unterscheiden dabei zwei Situationen: Beim dritten Auftreten ist ein korrekter Remisantrag nötig. Beim fünften Auftreten derselben Stellung endet die Partie nach Artikel 9.6.1 remis, ohne einen solchen Antrag. Diese Anleitung behandelt gewöhnliches Schach am Brett; sie beschreibt keine automatische Auswertung einer bestimmten Onlineplattform.
Eine kurze Folge aus der Anfangsstellung

Bauen Sie alle 32 Figuren in der normalen Anfangsstellung auf. Weiß beginnt. Für unsere redaktionelle Lernfolge bewegen sich ausschließlich der weiße Springer von g1 und der schwarze Springer von g8. Alle übrigen Figuren bleiben stehen.
Spielen Sie langsam diese vier Zugpaare nach:
- 1. Sf3 Sf6
- 2. Sg1 Sg8
- 3. Sf3 Sf6
- 4. Sg1 Sg8
Das S steht in deutscher Notation für Springer. In der ersten Zeile zieht Weiß von g1 nach f3, danach Schwarz von g8 nach f6. In der zweiten Zeile kehren beide zurück. Die dritte und vierte Zeile wiederholen diese Bewegungen. Kein Bauer zieht, keine Figur wird geschlagen.
Halten Sie an den drei Stellen der Tabelle an. Ein Zugpaar besteht hier aus einem weißen und einem schwarzen Zug; „nach 2. ... Sg8“ meint deshalb den Zeitpunkt nach dem zweiten schwarzen Zug.
| Zeitpunkt der Lernfolge | Was steht auf dem Brett und wer ist dran? | Auftreten dieser Stellung |
|---|---|---|
| Vor 1. Sf3 | Vollständige Anfangsstellung; Weiß am Zug. | Erstes Mal |
| Nach 2. ... Sg8 | Beide Springer zurück, alle anderen Figuren unverändert; Weiß am Zug. | Zweites Mal |
| Nach 4. ... Sg8 | Wieder dieselbe Anordnung und Weiß am Zug. | Drittes Mal |
Wer erst nach der ersten Rückkehr zu zählen beginnt, kommt hier nur auf zwei. Der fehlende Eintrag ist die Ausgangsstellung selbst. Vier Zugpaare genügen in dieser Lernfolge für ihr drittes Auftreten. Daraus folgt keine allgemeine feste Zugzahl für andere Partien.
Mehr als ein Foto vergleichen
Artikel 9.2.3 verlangt neben der passenden Figurenanordnung dieselbe Seite am Zug und dieselben Zugmöglichkeiten. Prüfen Sie beim Vergleichen deshalb drei getrennte Punkte:
- Stehen Figuren derselben Art und Farbe auf denselben Feldern?
- Ist wieder dieselbe Farbe am Zug?
- Sind die relevanten Rechte und Möglichkeiten unverändert, insbesondere Rochade und en passant?
In unserer Springerfolge bleiben Könige und Türme unberührt. Die Rochaderechte gehen daher nicht verloren, obwohl die Rochade in der Anfangsstellung noch durch andere Figuren blockiert ist. Eine vorübergehende Blockade ist etwas anderes als der dauerhafte Verlust des Rechts.
Ein König, der in einer anderen Partie wegzieht und später zurückkehrt, stellt sein Rochaderecht nicht wieder her. Auch die zuvor vorhandene Möglichkeit, einen Bauern en passant zu schlagen, kann bei gleicher sichtbarer Anordnung fehlen. Ein einzelnes Brettfoto beantwortet diese Fragen zur Vorgeschichte nicht zuverlässig. Die verlinkten Sonderzug-Guides erläutern beide Fälle ausführlicher.
Dreimal erkennen und korrekt reklamieren
Nach 4. ... Sg8 ist in der Lernfolge Weiß am Zug. Weiß könnte die gerade entstandene dritte Wiederholung nach Artikel 9.2.2 reklamieren. Die Figuren werden nicht einfach kommentarlos eingeräumt.
Im Turnier gibt es auch den Antrag wegen eines erst beabsichtigten Zuges: Diesen unveränderlichen Zug muss die antragstellende Person zuerst auf dem Partieformular notieren beziehungsweise im zugelassenen elektronischen Formular eingeben und der Schiedsrichterperson ihre Absicht erklären. Sie führt ihn dafür nicht zuerst am Brett aus. Das regelt Artikel 9.2.1.
Artikel 9.4 und 9.5 enthalten weitere Verfahrensregeln: Eine zum Ziehen angefasste Figur kann das Antragsrecht für diesen Zug kosten; beim Antrag wird die Uhr angehalten. Lassen Sie sich den Ablauf vor einer ersten Turnierteilnahme erklären. Die Lernkarte ist für das Nachspielen außerhalb einer laufenden Turnierpartie gedacht.
Die Wiederholungen an Fundstellen festmachen
Notieren Sie beim Üben nicht nur „schon wieder“, sondern drei genaue Zeitpunkte wie in der Tabelle. Vergleichen Sie anschließend die Felder und die Seite am Zug. Eine andere Zugfolge kann ebenfalls zu derselben Stellung führen; identische Zugwörter sind nicht das eigentliche Kriterium.
Bleibt bei einer fremden Partie etwas offen, nehmen Sie die vollständige Zugaufzeichnung zur gemeinsamen Nachbesprechung mit. Eine gezielte Frage lautet: „Zählen diese drei Zeitpunkte trotz der inzwischen veränderten Rochaderechte zusammen?“ So wird aus einer bloßen Erinnerung eine prüfbare Regelfrage.
Quellen und Prüfdatum
Geprüft am 1. November 2026. Lernfolge, Zähltabelle und Prüffragen sind redaktionell erarbeitet. Es wird keine tatsächlich gespielte Partie oder persönliche Schiedsrichtererfahrung behauptet.
- FIDE, Laws of Chess, gültig ab 1. Januar 2023: Artikel 9.2, 9.4–9.6 (https://handbook.fide.com/chapter/E012023).
- Deutscher Schachbund, deutsche Übersetzung, Stand 7. Juli 2026: Artikel 9 (https://www.schachbund.de/files/dsb/referate/srk/fide-regeln/FIDE-Regeln_2023_ger_2026-07-07.pdf).
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