Redaktioneller Ratgeber

Schachgebot abwehren: Derselbe Läuferzug, drei Stellungen

Der Beitrag

Ein Schachgebot verlangt einen Zug, nach dem der eigene König nicht mehr angegriffen ist. Das muss nicht immer ein Königszug sein. Mitunter lässt sich der Angreifer schlagen oder eine Figur dazwischenstellen. Welche Antwort passt, zeigt erst die ganze Stellung.

Für den nächsten Spielenachmittag können Sie drei kleine Aufgaben mit jeweils vier Figuren aufbauen. In allen wird derselbe Läuferzug geprüft. Dadurch wird sichtbar, warum ein vertrauter Bewegungsablauf allein noch keine erlaubte Schachabwehr ergibt.

Die drei Aufgaben getrennt aufbauen

Freunde über 60 bei einem entspannten aktiven Ausflug an einen See

Nehmen Sie ein Brett mit lesbaren Koordinaten. Weiß sitzt an der ersten Reihe; rechts unten liegt h1. Für jede Aufgabe gilt dieselbe Grundaufstellung:

  • Weiß: König auf e1 und Läufer auf d3.
  • Schwarz: König auf h8.
  • Dazu kommt genau die in der Tabelle genannte schwarze Figur.
  • Alle anderen Felder sind leer; Weiß ist am Zug.

Räumen Sie vor jeder neuen Aufgabe die zusätzliche schwarze Figur wieder weg. Die Fälle sind eigene redaktionelle Lernstellungen und keine aufeinanderfolgenden Züge einer Partie. Sie sollen jeweils eine Antwort prüfen, nicht den besten oder einzigen Zug finden.

Aufgabe mit zusätzlichem AngreiferLäufer von d3 nach e2?Warum?
A: schwarzer Turm auf e8Als Schachabwehr erlaubt.Der Läufer unterbricht die offene e-Linie.
B: schwarzer Turm auf e2Als Schlagzug erlaubt.Der Läufer entfernt den angreifenden Turm.
C: schwarzer Springer auf f3Keine erlaubte Schachabwehr.Der Springer greift e1 weiterhin an.

Die entscheidende Regel steht in [FIDE, Artikel 3.9.2 und 3.10.1](https://handbook.fide.com/chapter/E012023): Ein eigener Zug darf den König nicht angegriffen lassen oder einem Angriff aussetzen. Der [Schachkurs des Deutschen Schachbundes, Abschnitt „Das Schach(-gebot)“](https://www.schachbund.de/schachkurs-matt-und-remis.html), erläutert die drei Antwortmöglichkeiten Königszug, Schlagen und Dazwischenstellen.

A: Eine offene Turmlinie unterbrechen

Stellen Sie den schwarzen Turm auf e8. Zwischen ihm und dem weißen König e1 sind e7, e6, e5, e4, e3 und e2 frei. Der Turm greift entlang dieser Linie an.

Der weiße Läufer erreicht e2 von d3 aus diagonal in einem Schritt. Nach diesem Zug steht er zwischen Turm und König. Der Turm darf ihn nicht überspringen; e1 ist deshalb vorerst nicht mehr angegriffen. Grundlage für die Zugwege: FIDE-Artikel 3.2, 3.3 und 3.5 im verlinkten Regeltext.

Verfolgen Sie die e-Linie nach dem Umsetzen noch einmal. Stoppen Sie am Läufer e2, statt mit dem Finger darüber hinwegzugehen. Ob Schwarz ihn im nächsten Zug schlagen könnte, ist eine weitere Frage. Die jetzige Aufgabe beurteilt die erlaubte Antwort auf das aktuelle Schach.

B: Auf demselben Zielfeld den Angreifer schlagen

Beginnen Sie mit der gemeinsamen Grundaufstellung neu. Diesmal steht der schwarze Turm auf e2. Er greift den König e1 unmittelbar auf dem Nachbarfeld derselben Linie an.

Zieht der weiße Läufer von d3 nach e2, wird der Turm vom Brett genommen. Der Läufer steht danach auf dessen Feld. Der Angriff ist beseitigt, ohne dass der weiße König ziehen musste. Zwischen Turm e2 und König e1 lag vorher kein freies Feld zum Dazwischenstellen.

Sprechen Sie den Unterschied zu A aus: Dort blieb der Turm auf e8 stehen; hier wurde er geschlagen. Das gleiche Läuferziel e2 erfüllt zwei verschiedene Aufgaben.

C: Gegen einen Springer hilft kein Dazwischenstellen

Bauen Sie erneut die Grundaufstellung auf und ergänzen Sie nur den schwarzen Springer f3. Von dort greift er e1 an: eine Linie und zwei Reihen entfernt. Seine Zugweise beschreibt der [DSB-Kurs zum Springer](https://www.schachbund.de/schachkurs-springer.html).

Ein Läufer auf e2 beseitigt diesen Angriff nicht. Der Springer benötigt keine freie Zwischenlinie wie ein Turm. Nach dem vorgeschlagenen Läuferzug bliebe der König e1 im Schach; der Zug ist deshalb unzulässig.

In dieser vollständigen Aufgabe kann Weiß beispielsweise den König von e1 nach f1 ziehen. f1 wird weder vom Springer f3 noch vom schwarzen König h8 angegriffen. Prüfen Sie das am Brett. Das ist eine erlaubte Beispielantwort, keine Behauptung über alle möglichen Lösungen.

Nach dem Zug den König nochmals prüfen

Für eine neue Lernstellung helfen drei Fragen: Wer greift welches Königsfeld an? Was verändert mein geplanter Zug daran? Ist der eigene König danach wirklich unangegriffen?

Halten Sie bei Unsicherheit alle Figurenfelder und die Seite am Zug fest. Zusätzliche Figuren können eine hier erlaubte Antwort verhindern. Die Ergebnisse der drei Aufgaben lassen sich daher nicht ungeprüft auf ein ähnliches Brettfoto übertragen.

Quellen geprüft am 04.11.2026: die genannten FIDE-Spielregeln und DSB-Kursabschnitte. Figurenaufstellungen, Vergleichstabelle und Prüfablauf stammen von der Redaktion. Der verwandte Patt-und-Matt-Ratgeber vertieft anschließend die Frage, ob überhaupt eine erlaubte Antwort vorhanden ist.

Im Gespräch

0 Antworten

Noch keine Antworten. Schreiben Sie den ersten hilfreichen Kommentar.