Patt oder Schachmatt: Drei Stellungen am Brett selbst prüfen
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Patt liegt vor, wenn die Seite am Zug keinen erlaubten Zug hat und ihr König nicht im Schach steht. Das beendet die Partie unentschieden. Beim Schachmatt steht der König dagegen im Schach, ohne dass die angegriffene Seite den Angriff mit einem erlaubten Zug abwehren kann. Ein eingeschlossener König allein beantwortet die Frage also noch nicht.
Für eine gemeinsame Lernrunde lassen sich beide Situationen mit wenigen Figuren nachbauen. Die folgenden drei Stellungen sind eigene Übungsaufgaben, keine Ausschnitte aus gespielten Partien. Sie brauchen ein Brett mit gut lesbaren Koordinaten, zwei Könige, eine weiße Dame und für die dritte Aufgabe einen schwarzen Bauern.
Erst die Seite am Zug festhalten

Schreiben Sie vor dem Aufbauen „Schwarz am Zug“ auf eine Karte. Diese Angabe gehört zu jeder Aufgabe. Prüfen Sie anschließend zwei Dinge: Ist der schwarze König angegriffen? Hat Schwarz irgendeinen erlaubten Zug? Dazu zählen auch Züge anderer schwarzer Figuren, nicht nur Königszüge.
Die [FIDE-Regeln, Artikel 5.1.1 und 5.2.1](https://handbook.fide.com/chapter/E012023), unterscheiden Matt und Patt und beenden die Partie in beiden Fällen unmittelbar. Bei Patt gibt es keinen zusätzlichen Wartezug für die andere Farbe und kein Weiterziehen bis zum nächsten Schachgebot. Der [Schachkurs des Deutschen Schachbundes](https://www.schachbund.de/schachkurs-matt-und-remis.html) erläutert außerdem: Ein Schachgebot kann je nach Stellung durch einen Königszug, Schlagen der angreifenden Figur oder Dazwischenstellen abgewehrt werden. Nur nach freien Königsfeldern zu suchen reicht bei einer vollen Stellung nicht aus.
Aufgabe A: Der König ist eingeschlossen, aber nicht angegriffen
Räumen Sie das Brett leer. Stellen Sie den weißen König auf f7, die weiße Dame auf g6 und den schwarzen König auf h8. Weitere Figuren gibt es nicht. Schwarz ist am Zug.
Betrachten Sie zunächst h8 selbst: Es liegt weder in derselben Reihe oder Linie noch auf einer Diagonale der Dame g6. Auch der weiße König f7 greift h8 nicht an. Der schwarze König steht deshalb nicht im Schach.
Von der Ecke h8 aus kommen nur die drei Nachbarfelder g8, g7 und h7 infrage. Prüfen Sie sie einzeln:
| Mögliches Königsfeld | Warum ist es in Aufgabe A gesperrt? |
|---|---|
| g8 | Die Dame g6 greift entlang der freien g-Linie an. |
| g7 | Der weiße König f7 greift dieses Nachbarfeld an. Auch die Dame deckt es. |
| h7 | Die Dame g6 greift diagonal nach h7 an. |
Schwarz hat keine andere Figur. Damit fehlen erlaubte Züge, während h8 selbst unangegriffen bleibt: Aufgabe A ist Patt. Eine Dame mehr auf weißer Seite ändert dieses Ergebnis nicht.
Die Zugwege können Sie im [DSB-Kurs zur Dame](https://www.schachbund.de/schachkurs-dame.html) nachlesen. Für den König erklärt der [entsprechende Kursabschnitt](https://www.schachbund.de/schachkurs-koenig.html), warum ein angegriffenes Zielfeld verboten bleibt. Verfolgen Sie am eigenen Brett jeweils den ganzen Weg; eine bloß nahe stehende Figur muss nicht jedes Nachbarfeld angreifen.
Aufgabe B: Eine andere Damenstellung macht daraus Matt
Bauen Sie eine neue, unabhängige Aufgabe auf: weißer König f7, weiße Dame g7, schwarzer König h8. Alle übrigen Felder bleiben leer; Schwarz ist am Zug. Dies ist kein weiterer Zug nach dem bereits beendeten Patt aus Aufgabe A.
Jetzt greift die Dame g7 den König h8 diagonal an. g8 wird von der Dame entlang der g-Linie gedeckt, h7 entlang der siebten Reihe. Der schwarze König kann die Dame auf g7 ebenfalls nicht schlagen: Dort wäre er dem weißen König f7 unmittelbar benachbart und damit angegriffen. Eine eigene Figur zum Schlagen oder Dazwischenstellen besitzt Schwarz nicht. Aufgabe B ist Schachmatt; Weiß gewinnt.
Legen Sie die beiden Aufgabenkarten nebeneinander. Der auffällige Unterschied ist nicht die Anzahl der Figuren oder ihre Farbe. Es ist der Angriff auf das aktuelle Königsfeld h8. Zeichnen Sie für B die kurze Diagonale g7–h8 auf einem separaten Blatt ein und schreiben Sie bei A „kein Angriff auf h8“ dazu.
Aufgabe C: Kein Königszug, aber ein Bauernzug
Stellen Sie wieder Aufgabe A auf: weißer König f7, weiße Dame g6, schwarzer König h8. Ergänzen Sie einen schwarzen Bauern auf a7. Sonst bleibt das Brett leer. Schwarz ist am Zug.
Die drei Königsausgänge sind weiterhin gesperrt, und der König steht weiterhin nicht im Schach. Trotzdem ist die Stellung kein Patt: Der schwarze Bauer kann beispielsweise von a7 nach a6 ziehen. Das Zielfeld ist leer, und der Zug bringt den schwarzen König nicht ins Schach. Dass Weiß den Bauern anschließend mit der Dame schlagen könnte, verbietet diesen Bauernzug nicht.
Genau hier hilft die zweite Frage auf Ihrer Karte: Nicht „Kann der König ziehen?“, sondern „Kann Schwarz irgendeine eigene Figur regelgerecht ziehen?“. Zeigen Sie in Aufgabe C ausdrücklich auf den Bauern, bevor Sie das Ergebnis nennen.
Eine kurze Kontrolle für den nächsten Spielenachmittag
Lassen Sie beim Üben die Figuren zunächst stehen und erklären Sie die Lösung in drei Sätzen: „Am Zug ist … . Der König steht … . Ein erlaubter Zug ist … / Es gibt keinen, weil … .“ Danach vergleichen Sie Ihre Erklärung mit der passenden Aufgabe. Bei einer Abweichung prüfen Sie zuerst Figurenfelder und Zugrecht, anschließend die Angriffswege. So lässt sich ein Aufbaufehler von einer offenen Regelfrage unterscheiden.
Für eine unbekannte Stellung brauchen Sie die vollständige Figurenaufstellung und die Seite am Zug. Eine Aufnahme nur des eingeschlossenen Königs reicht nicht. Halten Sie eine unklare Stellung zum späteren gemeinsamen Besprechen fest, statt allein aus dem Materialvorteil auf einen Sieg zu schließen.
Quellen geprüft am 19.10.2026. Verwendet wurden die genannten FIDE-Artikel und die DSB-Erklärungen zu Schach, Matt, Patt sowie den Zugwegen von König und Dame. Die drei Stellungen, Feldprüfung und Lernkarten wurden für diesen Beitrag entwickelt. Andere Remisgründe werden hier nicht erklärt.
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