Redaktioneller Ratgeber

Tennis-Tiebreak: Aufschlagfolge und Seitenwechsel mitzählen

Der Beitrag

Beim Tennis-Tiebreak laufen zwei Abläufe nebeneinander: Die aufschlagende Person wechselt nach dem ersten Punkt in Zweierblöcken, die beiden Platzenden werden im Standardverfahren nach jeweils sechs gespielten Punkten getauscht. Wer beides getrennt mitzählt, muss nach dem Wechsel nicht neu raten. Die folgenden selbst erstellten Beispiele helfen beim Auffrischen vor einer Freizeitpartie; sie beschreiben keine tatsächlich gespielte Begegnung.

Vor dem Start das Verfahren festlegen

Aktive Menschen über 60 beim gemeinsamen Boulespielen im Park

Dieser Beitrag behandelt den normalen Satz-Tiebreak bis mindestens sieben Punkte bei 6:6 Spielen, mit zwei Punkten Vorsprung und dem Seitenwechsel nach Regel 10. Daneben gibt es andere Verfahren, etwa einen Match-Tiebreak bis zehn als Ersatz des Entscheidungssatzes. Klären Sie vor einer Partie oder einem Wettbewerb, welches Format gilt. Die DTB-Einführung erläutert Satz- und Match-Tiebreak getrennt. Quelle: [DTB, Regeln und Punkte](https://www.tennis.de/lernen/grundlagen/regeln-und-punkte.html).

Auf einem Übungszettel helfen drei getrennte Überschriften: „Punkte A/B“, „nächster Aufschlag“ und „gespielte Punkte insgesamt“. A und B bleiben für die schriftlichen Beispiele feste Personenbezeichnungen. Schreiben Sie die Namen über die beiden Punktespalten. So bleibt auf Ihrem Übungszettel auch nach einem Aufschlagwechsel erkennbar, welche Zahl zu welcher Person gehört.

Ein Punkt, dann immer zwei

Die Person, die regulär mit dem Aufschlag an der Reihe wäre, beginnt. Der erste Punkt startet von rechts; danach folgen abwechselnd Zweierblöcke der anderen und der beginnenden Person, jeweils links und rechts. Gemeint ist die eigene Aufschlaghälfte mit Blick zum Netz. Diese Grundfolge beschreibt auch der DTB. Quelle: [DTB, Beginn des Satz-Tiebreaks](https://www.tennis.de/lernen/grundlagen/regeln-und-punkte.html).

Für unser erfundenes Einzel beginnt A. Die Nummer in der Tabelle bezeichnet den nächsten zu spielenden Punkt, nicht den Punktestand einer Person. Markieren Sie beim gedanklichen Durchspielen jede erledigte Zeile. Ein Aufschlagfehler beim ersten Versuch erledigt noch keinen Punkt: Der zweite Versuch gehört zum selben Punkt und zur selben Aufschlaghälfte, sofern diese richtig war. Grundlage hierfür ist ITF-Regel 20.

PunktnummerAufschlag im BeispielEigene Aufschlaghälfte
1Arechts
2Blinks
3Brechts
4Alinks
5Arechts
6Blinks
7Brechts
8Alinks
9Arechts

Die Tabelle ist eine eigene Ausarbeitung der Aufschlagfolge. Wenn B vor dem sechsten Punkt fragt „Bin ich danach fertig?“, lautet die Antwort für diese Folge: B hat auch Punkt sieben. Dazwischen liegt im Standardverfahren jedoch der Wechsel ans andere Platzende. Die beiden Aufschlagpunkte werden dadurch nicht zu einem neuen Block.

Für den Seitenwechsel beide Punktzahlen addieren

ITF-Regel 10 verlangt im Tiebreak den Wechsel nach jeweils sechs Punkten. Rechnen Sie also die Punkte beider Seiten zusammen, nicht nur die der führenden Person. Quelle für diese Regel sowie die Regeln 5, 17 und 20: [ITF, Rules of Tennis 2026](https://www.itftennis.com/media/7221/2026-rules-of-tennis-english.pdf).

Drei eigene Rechenfälle zeigen den Unterschied:

  • Bei 4:2 sind insgesamt sechs Punkte abgeschlossen. Der nächste ist Punkt sieben; in unserer A/B-Folge schlägt B von rechts auf, nun vom anderen Platzende.
  • Bei 4:3 sind sieben Punkte abgeschlossen. Allein dieser Stand löst keinen weiteren Wechsel aus. Punkt acht gehört A von links.
  • Bei 6:6 sind zwölf Punkte abgeschlossen. Es folgt wieder ein Wechsel. Punkt zwölf gehörte A von links; Punkt dreizehn gehört derselben Person von rechts am anderen Ende.

Schreiben Sie die Summe unter den Stand, etwa „4 + 2 = 6“. So lässt sich eine Frage nach dem Platzende beantworten, ohne zugleich die ganze Aufschlagfolge rekonstruieren zu müssen. Für eine Papierprobe können zwei Münzen die Personen und ein rechteckiger Zettel den Platz darstellen. Verschieben Sie beide Münzen nur dann an die anderen Enden, wenn Ihre Punktesumme den nächsten Wechsel erreicht.

Sieben Punkte bedeuten noch nicht immer das Ende

Der DTB nennt sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung als Gewinnbedingung des Satz-Tiebreaks. Daraus ergeben sich beispielsweise 7:5 als fertiger und 7:6 als noch offener Stand. Bei 7:6 würde ein weiterer Punkt für die führende Person 8:6 ergeben; gewinnt die andere Person, wird daraus 7:7. Quelle: [DTB, Tiebreak-Zählweise](https://www.tennis.de/lernen/grundlagen/regeln-und-punkte.html).

Für eine eigene Zählprobe notieren Sie die erfundene Schlussfolge 5:5, 6:5, 6:6, 7:6, 8:6. Unterstreichen Sie nur den letzten Stand. Dort sind mindestens sieben Punkte erreicht und der Abstand beträgt zwei. Die Frage „Ist Schluss?“ wird getrennt von „Wer schlägt auf?“ beantwortet.

Im Doppel und bei Sonderformaten vorher nachsehen

Im Satz-Tiebreak bleibt die bisherige Aufschlagreihenfolge innerhalb der Doppel bestehen; die Einzel-Tabelle oben zeigt deshalb keine vollständige Viererrotation. Im nächsten Satz nimmt die im Tiebreak zuerst aufschlagende Seite zunächst den Rückschlag an. Anhang VI enthält außerdem alternative Seitenwechsel und Zählweisen. Ein Match-Tiebreak als Satzersatz und ein Zehn-Punkte-Tiebreak bei 6:6 im letzten Satz sind unterschiedliche Formate. Maßgeblich ist die angekündigte Regelung. Quelle: [ITF-Regeln 2026, Regel 5 und Anhang VI](https://www.itftennis.com/media/7221/2026-rules-of-tennis-english.pdf).

Quellenstand

Offizielle DTB-Erläuterung und ITF-Regelwerk geprüft am 16.10.2026. Tabelle, Rechenfälle und Papierprobe sind eigene redaktionelle Lernhilfen. Sie erklären das genannte Standardverfahren und ersetzen bei einem Wettbewerb nicht dessen Ausschreibung oder die Regelentscheidung vor Ort.

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