Redaktioneller Ratgeber

Tennis zählen bei Einstand: Vorteil Auf und Vorteil Rück verstehen

Der Beitrag

Bei 40:40 ist das einzelne Tennisspiel mit Vorteilszählung noch offen. Gewinnt eine Seite den nächsten Punkt, hat sie Vorteil. Erst ein weiterer Punkt derselben Seite beendet das Spiel; gewinnt die andere Seite, heißt es wieder Einstand. Wer vor einer Freizeitpartie diese Schleife auf Papier nachvollzieht, kann den nächsten Spielstand leichter ansagen.

Zwei Fragen vor dem ersten Punkt

Aktive Menschen über 60 beim gemeinsamen Boulespielen im Park

Klären Sie zunächst: Spielen wir mit Vorteil oder mit No-Ad? Und wer schlägt dieses Spiel auf? Die folgenden Beispiele behandeln ein Einzel mit Vorteilszählung. Der aufschlagenden Person geben wir den festen Namen A, der rückschlagenden den Namen B. Diese Buchstaben bleiben auf dem Übungsblatt bei derselben Person.

Im normalen Spiel lauten die Zählstufen null, 15, 30 und 40. Bei der Ansage kommt der Stand der aufschlagenden Person zuerst. Der Bayerische Tennis-Verband erläutert außerdem die Bezeichnungen „Vorteil Auf“ für deren Führung nach Einstand und „Vorteil Rück“ für die Führung der rückschlagenden Person. Quelle: [BTV, Zählweise](https://www.btv.de/de/angebote/fuer-spieler-und-interessierte/tennis-basiswissen/zaehlweise-fortsetzung.html).

Für unser Blatt bedeutet 30:40 deshalb: A hat zwei Punkte gewonnen, B drei. Die größere Zahl rückt nicht automatisch nach vorn. Ein Punktgewinn von B würde dieses Spiel bereits beenden; ein Punktgewinn von A führt zu 40:40.

Eine vollständige Zählprobe mit zwölf Punkten

Die folgende Folge ist selbst erstellt und frei erfunden. A schlägt das gesamte gezeigte Spiel auf. Lesen Sie jede Zeile als abgeschlossenen Punkt und decken Sie die rechte Spalte zunächst mit einem Blatt ab. Überlegen Sie nach dem angegebenen Punktgewinn, welche Ansage nun passt.

Abgeschlossener PunktPunktgewinn fürStand danach, A zuerst
1A15:0
2B15:15
3A30:15
4A40:15
5B40:30
6BEinstand, 40:40
7BVorteil Rück, also B
8AWieder Einstand
9AVorteil Auf, also A
10BWieder Einstand
11BVorteil Rück, also B
12BSpielgewinn B

Drei Stellen lohnen einen zweiten Blick. Nach Punkt sieben führt B, hat aber noch nicht gewonnen. Nach Punkt acht steht nicht etwa „Vorteil A“: A hat zunächst nur den bisherigen Vorteil ausgeglichen. Erst nach Punkt neun liegt A vorn. Ebenso nimmt B mit Punkt zehn lediglich diesen Vorteil zurück.

Die ITF-Regel 5a beschreibt genau diese Rückkehr zum Einstand, wenn auf den Vorteil einer Seite ein Punktgewinn der anderen folgt. Ausgehend vom Einstand braucht eine Seite zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Punkte zum Spielgewinn. Grundlage: [ITF, Rules of Tennis 2026, Regel 5a, gedruckte Seite 5](https://www.itftennis.com/media/7221/2026-rules-of-tennis-english.pdf).

Einstand ist keine wachsende Zahl

Auf Ihrem Blatt können Sie einen einzelnen Marker verwenden: Er liegt entweder bei „Einstand“, „Vorteil A“ oder „Vorteil B“. Von Einstand wandert er zur Seite des nächsten Punktgewinners. Gewinnt diese Seite erneut, endet die Probe. Andernfalls geht der Marker zurück in die Mitte. Das ist eine eigene Merkhilfe für die beschriebene Regel, kein zusätzliches Zählverfahren.

Probieren Sie gedanklich die Folge A, B, A, B ab einem Einstand. Sie landen wieder beim Einstand. Die beiden getrennten Punktgewinne von A reichen nicht zum Spielgewinn, weil dazwischen jeweils B punktet. Mit A, A wäre die Probe dagegen schon nach dem zweiten Punkt beendet.

Nach dem Spiel zwei Anzeigen getrennt führen

Ein gewonnenes Spiel zählt in der darüberliegenden Spielanzeige weiter. Die Punkte des nächsten normalen Spiels beginnen wieder bei null. Im Einzel tauschen Aufschlag und Rückschlag nach jedem normalen Spiel; das legt ITF-Regel 14 fest.

Nehmen wir für eine zweite Papierprobe an, vor der Zwölf-Punkte-Folge führte A mit 2:1 Spielen. B gewinnt das gezeigte Spiel. Auf einem Blatt mit festen Namensspalten A/B steht anschließend 2:2 Spiele. B schlägt das nächste Spiel auf, dessen Punkte bei 0:0 beginnen. Beim späteren Punktestand wird deshalb nun B zuerst genannt.

Notieren Sie dafür zwei getrennte Zeilen: „Spiele, feste Namen A/B: 2:2“ und „Nächstes Spiel, Aufschlag B: 0:0“. So bleibt sichtbar, welche Ebene gemeint ist. Ein 40:40 im einzelnen Spiel und ein 2:2 bei den Spielen gehören nicht in dieselbe Zahlenreihe.

Bei No-Ad endet dieselbe Folge früher

No-Ad ist eine andere, ausdrücklich zu klärende Zählweise: Nach Einstand entscheidet dort ein einziger weiterer Punkt das Spiel. Im Einzel wählt die rückschlagende Person, ob sie den Aufschlag auf ihrer rechten oder linken Spielfeldhälfte annimmt. Die ITF führt das Verfahren in Anhang VI auf; für Wettbewerbe ist die geltende Ausschreibung maßgeblich.

In unserer Tabelle würde ein No-Ad-Spiel bereits mit Punkt sieben an B gehen. Die Zeilen acht bis zwölf gehörten dann nicht mehr zu diesem Spiel. Die Papierprobe zeigt deshalb auch, warum man die Verfahrensfrage vor dem Beginn beantwortet und nicht erst dann, wenn Einstand erreicht ist. Ein Tiebreak hat wiederum ein eigenes Zählverfahren; die Tabelle oben behandelt ausschließlich ein normales Aufschlagspiel.

Quellen geprüft am 22.10.2026: offizielle ITF-Regeln 2026 und BTV-Erläuterung. Punktfolge, Markerprobe und getrennte Notizzeilen sind eigene redaktionelle Lernhilfen. Sie dokumentieren keine tatsächlich gespielte Partie.

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