Disc-Golf im Aus: OB erkennen und den Strafwurf mitzählen
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Beim Disc-Golf bedeutet OB „Out-of-Bounds“, also Aus. Für die erste Runde helfen drei getrennte Fragen: Wo verläuft die festgelegte Grenze? Wie liegt die Scheibe dazu? Und welche Zahl gehört anschließend auf die Scorekarte? Diese Anleitung verbindet die einfache Grenzprüfung mit einer Rechenhilfe für den Strafwurf.
Vorher klären, wo die Grenze verläuft

Nicht das Aussehen eines Weges oder Teichs, sondern die festgelegten Kursregeln bestimmen die OB-Fläche. Lesen Sie Bahntafel und Hinweise der Spielleitung. Fragen Sie vor dem Abwurf, wenn die Markierung unklar ist.
Eine nützliche eigene Notiz besteht aus drei Angaben: Bahnnummer, beschriebene OB-Grenze und vorgesehener nächster Abwurfpunkt. Schreiben Sie eine unklare Grenze als Frage auf, statt aus einer Linie im Lageplan selbst eine Vorschrift abzuleiten. So lässt sich die Rückfrage am Abschlag stellen, bevor die Scheibe neben einem schwer einsehbaren Ufer liegt.
Drei einfache Grenzfälle unterscheiden
Die folgenden Fälle sind erfundene Lernsituationen auf einer ebenen Fläche mit einer zuvor eindeutig festgelegten Auslinie. Andere Regelverstöße sind dabei ausgeschlossen.
| Beobachtung | OB-Entscheidung | Was für den Vergleich wichtig ist |
|---|---|---|
| Die Scheibe fliegt über OB, kommt aber vollständig im erlaubten Bereich zur Ruhe. | Kein OB | Flugweg und Ruhelage getrennt betrachten. |
| Die ruhende Scheibe ragt über die Auslinie, ein Teil liegt noch über dem erlaubten Bereich. | Kein OB | Die ganze Scheibe betrachten, nicht nur ihren Mittelpunkt. |
| Die ruhende Scheibe liegt vollständig auf der breiten Auslinie oder jenseits davon; kein Teil reicht in den erlaubten Bereich. | OB | Die Auslinie selbst gehört zum Aus. |
Ein Grashalm ist dabei kein Beweis für „drinnen“. In ihrer offiziellen Erläuterung QA-OB-9 beschreibt die PDGA eine Scheibe vollständig jenseits der Grenze einer als OB festgelegten befestigten Fläche: Auch wenn Gras aus dem erlaubten Bereich darunterliegt, bleibt sie im Aus. Die Grenze setzt sich als senkrechte Ebene fort; der berührte Gegenstand ersetzt diese Grenze nicht.
Erst die Lage klären, dann die Scheibe aufnehmen
Nach Regel 806.02.I gilt eine Scheibe als OB, wenn die werfende Person sie vor der OB-Entscheidung bewegt. Lassen Sie eine fragliche Scheibe deshalb zunächst liegen und betrachten Sie die Situation gemeinsam.
Klären Sie danach die regelgerechte Stelle für die Fortsetzung mit der Betreuung. Die festgestellte OB-Folge und der Ort des nächsten Wurfs sind zwei verschiedene Angaben. Lassen Sie sich zeigen, welche Möglichkeit die Kursvorgabe vorsieht. Regel 806.02 enthält hierzu mehrere Optionen und mögliche besondere Anordnungen; eine vollständige Auswahl dieser Fortsetzungen ist nicht Gegenstand dieser Zählhilfe.
Eine nach Regel verlegte Lage wird mit einer Mini-Markierscheibe markiert, wie Regel 802.06 erklärt. Für das Kennenlernen lohnt sich eine Demonstration durch die Betreuung: erst den festgelegten Bezugspunkt zeigen, dann die Markierung und den zulässigen Stand erklären lassen. Die OB-Fläche selbst ist kein erlaubter Standbereich für den nächsten Wurf.
Den Strafwurf mitzählen, ohne ihn zu werfen
Bei einem OB-Ergebnis kommt nach 806.02.D ein Strafwurf hinzu. Das ist ein Eintrag in der Zählung, kein zusätzlicher Übungswurf. Das folgende frei erfundene Rechenbeispiel setzt eine geklärte regelgerechte Fortsetzung voraus:
| Ablauf auf einer Bahn | Tatsächliche Würfe bisher | Strafwürfe bisher | Zählstand bisher |
|---|---|---|---|
| Der Abwurf endet vollständig OB. | 1 | 1 | 2 |
| Der nächste ausgeführte Wurf landet nahe am Korb. | 2 | 1 | 3 |
| Der folgende Wurf beendet die Bahn korrekt. | 3 | 1 | 4 |
Das Bahnergebnis ist hier vier. Der erste Wurf wird weder gestrichen noch durch den Strafwurf ersetzt. Umgangssprachlich wäre die erste Fortsetzung „Wurf drei“, obwohl die Scheibe erst zum zweiten Mal geworfen wird. Gerade deshalb helfen die getrennten Spalten beim Nachvollziehen.
Regel 808 verlangt die Würfe einschließlich der Strafwürfe im Bahnergebnis. Notieren Sie das Ergebnis nach der beendeten Bahn und halten Sie den Strafwurf als solchen fest. Bei einer Unstimmigkeit gehen Sie den Ablauf gemeinsam durch, statt nur verschiedene Endsummen zu vergleichen. Die kleine Tabelle ist eine redaktionelle Rechenhilfe und ersetzt bei einem Turnier keine vorgeschriebene Scorekarte.
Quellen und Prüfstand
Geprüft am 17.10.2026 anhand der offiziellen PDGA-Regeln und der zugehörigen Auslegung. Die Tabellen und die Rechenfolge sind eigene Lernbeispiele. Sie behandeln einen einfachen OB-Fall und keine vollständige Turnier-Regelkunde.
- [PDGA 806.02: Out-of-Bounds](https://www.pdga.com/rules/official-rules-disc-golf/80602)
- [PDGA: Questions and Answers, insbesondere QA-OB-9](https://www.pdga.com/rules/official-rules-disc-golf/questions-and-answers)
- [PDGA 802.06: Marking the Lie](https://www.pdga.com/rules/official-rules-disc-golf/80206)
- [PDGA 808: Scoring](https://www.pdga.com/rules/official-rules-disc-golf/808)
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