Floorball mit dem Fuß: Pass, Torversuch und Freischlag trennen
Der Beitrag
Ein flacher Fußpass im laufenden Spiel ist im Floorball erlaubt. Ein absichtlich mit dem Fuß ins gegnerische Tor gespielter Ball wird dadurch aber noch kein gültiger Treffer. Auch beim Freischlag gilt eine andere Vorgabe als während des laufenden Spiels. Entscheidend ist deshalb, was vor der Torlinie passiert ist und ob das Spiel gerade fortgesetzt werden sollte.
Zum gemeinsamen Lernen können Sie die Situationen zunächst auf Papier vergleichen. Dieser Beitrag erklärt ausgewählte Regeln für Feldspieler nach der IFF-Ausgabe 2026. Für eine betreute Einstiegsgruppe klären Sie zusätzlich, ob vereinfachte Übungsregeln gelten; die Beispiele ersetzen keine vollständige Spieleinweisung.
Den erlaubten Pass vom Spielbeginn nach einer Unterbrechung unterscheiden

Die Regelübersicht des [SV Taunusstein-Neuhof, Abschnitt „Fußspiel“](https://www.floorball-taunusstein.de/floorball/spielregeln/), nennt sowohl den Fußpass für Feldspieler als auch das mehrfache Vorlegen mit dem Fuß als erlaubt. Ein Fußkontakt allein ist also kein ausreichender Grund für „Foul“ oder „abpfeifen“.
Dieselbe Übersicht grenzt Torschüsse mit dem Fuß und die Ausführung von Standardsituationen mit dem Fuß davon ab. Für das Lernen ist diese Trennung hilfreicher als ein pauschales „Mit den Füßen darf man nichts machen“.
Bei einem Freischlag wird der Ball mit dem Schläger gespielt. Das bestimmt Regel 506(4) der aktuellen IFF-Regeln. Ein erlaubter Fußpass aus dem laufenden Spiel liefert daher keine Erlaubnis, einen zugesprochenen Freischlag mit dem Fuß anzuspielen.
Bei einem Treffer die Kontaktfolge ansehen
Die [IFF Rules of the Game 2026, Regeln 702(2) und 703(2), Seiten 68–69](https://floorball.sport/wp-content/uploads/2026/08/Rules-of-the-Game-2026.pdf), unterscheiden absichtliches Spielen mit dem Körper und unbeabsichtigtes Ablenken. Ein absichtlicher Torkick bleibt auch nach einer bloßen gegnerischen Berührung ungültig.
Unbeabsichtigtes Ablenken kann dagegen zum gültigen Tor führen. Die tatsächliche Bewegung beurteilen die Schiedsrichter; ein einzelnes Bild vom Ball am Schuh erklärt den Vorgang noch nicht.
Die folgende Tabelle enthält eigene, erfundene Situationen. Bei den Torfällen wird angenommen, dass der ganze Ball die Torlinie von vorn passiert und kein weiteres Vergehen des angreifenden Teams vorliegt.
| Situation | Einordnung für diese Lernaufgabe |
|---|---|
| A spielt im laufenden Spiel einen flachen Fußpass zu Mitspieler B; B nimmt ihn an. | Ein solcher Fußpass ist erlaubt. Es geht hier um ein Zuspiel, noch nicht um einen Treffer. |
| A spielt den Ball absichtlich mit dem Fuß direkt ins gegnerische Tor. | Kein korrekt erzieltes Tor durch dieses Fußspiel. |
| Wie zuvor, nach bloßem Abfälschen am gegnerischen Torwart. | Weiterhin kein gültiger Treffer. |
| Ein regelgerechter Stockschuss trifft den ruhenden Fuß eines Angreifers unbeabsichtigt und geht ins Tor. | Kann unter den genannten Voraussetzungen als Tor zählen. |
| Nach einer Unterbrechung ist ein Freischlag zugesprochen; A führt ihn mit dem Fuß zu B aus. | Keine korrekte Freischlagausführung. Die Fußpass-Erlaubnis während des Spiels gilt dafür nicht. |
Bei einem allein nach Regel 703(2) aberkannten Treffer wird mit Bully fortgesetzt. Liegt zusätzlich ein anderes Vergehen vor, darf diese einzelne Aussage nicht ungeprüft auf die ganze Situation übertragen werden.
Drei Karten für die nächste Regelfrage
Schreiben Sie auf drei getrennte Karten **Spielphase**, **Fußaktion** und **weitere Kontakte**. Verwenden Sie sie zum Ordnen einer Beobachtung, bevor Sie ein Ergebnis nennen.
Auf die erste Karte kommt „laufendes Spiel“ oder die konkret benannte Spielfortsetzung. Auf die zweite schreiben Sie nur die erkannte Bewegung: etwa ein bewusstes Spielen oder einen Kontakt ohne aktive Lenkbewegung. Bleibt das unklar, markieren Sie genau diese Information als offen.
Auf der dritten Karte notieren Sie die Reihenfolge der weiteren Berührungen. „Torwart berührt den Ball“ ist genauer als „der Ball war irgendwie noch abgefälscht“. Trennen Sie dabei die beobachtete Kontaktfolge von Ihrer Vermutung über ein Tor.
Vergleichen Sie anschließend die zweite und dritte Tabellenzeile: Geändert wurde nur die zwischenzeitliche Torwartberührung. Das Ergebnis bleibt hier gleich. Vergleichen Sie danach die erste mit der letzten Zeile: Beide enthalten ein Zuspiel mit dem Fuß, aber die Spielphase ist verschieden. So üben Sie zwei unterschiedliche Entscheidungsgründe.
Mit einer konkreten Frage in die betreute Runde gehen
Für einen unklaren Fall genügt zunächst eine Rückfrage wie: „War das Spiel schon unterbrochen, und wurde der Ball aktiv mit dem Fuß gespielt oder nur getroffen?“ Diese Formulierung ist eine redaktionelle Lernhilfe, kein aufgezeichnetes Gespräch. Eine Person, die nur den Ball im Tor gesehen hat, kann eine fehlende Vorgeschichte damit nicht nachträglich bestätigen.
Sie müssen die Torfälle nicht durch kräftige Schüsse oder überraschende Ablenkungen nachstellen. Lassen Sie die betreuende Person bei einer Einführung zunächst den gewünschten einfachen Passweg erklären. Rücksicht, Materialhandhabung und die übrigen Spielregeln bleiben auch bei einem grundsätzlich erlaubten Fußpass relevant.
Quellen geprüft am 31. Oktober 2026. Die [IFF bestätigt den Geltungsbeginn dieser Ausgabe am 1. Juli 2026](https://inside.floorball.sport/rules-of-the-game-2026-edition-whats-new-2/). Grundlage ist das endgültig gesetzte Regelheft, keine Änderungsfassung mit gestrichenen alten Texten. Torwart-Sonderregeln und die vollständigen Voraussetzungen aller Spielfortsetzungen werden hier nicht behandelt.
Im Gespräch
0 Antworten
Noch keine Antworten. Schreiben Sie den ersten hilfreichen Kommentar.