Redaktioneller Ratgeber

Wanderkarte ausdrucken: Den Maßstab auf dem Papier prüfen

Der Beitrag

Eine als PDF erzeugte Wanderkarte kann beim Drucken unbemerkt verkleinert werden. Dann steht zwar weiterhin „1:25.000“ am Rand, die Zentimeter auf dem Papier passen aber nicht mehr zu dieser Zahl. Prüfen Sie deshalb den fertigen Ausdruck, bevor Sie mit einem Lineal Entfernungen ablesen.

Dafür brauchen Sie ein gewöhnliches Zentimeterlineal und eine gut erkennbare grafische Maßstabsleiste auf derselben Karte. Die folgenden Rechnungen sind eigene idealisierte Beispiele. Sie beschreiben keinen getesteten Drucker und keine vermessene Wanderroute.

Zwei Größenentscheidungen voneinander trennen

Ein aktives Paar über 60 beim Wandern in einer deutschen Mittelgebirgslandschaft

Die erste Entscheidung fällt beim Erstellen der Kartendatei: Welches Gebiet, Papierformat und welcher Maßstab sollen ausgegeben werden? Die [offizielle Druckhilfe von geo.admin.ch](https://www.geo.admin.ch/de/kartenviewer-funktionen-drucken) beschreibt diesen PDF-Export mit einem ausdrücklich gewählten Zielmaßstab. Je nach Auswahl gehören Legenden auf zusätzliche Seiten.

Die zweite Entscheidung fällt beim anschließenden Papierdruck der fertigen Datei. Hier kann eine Einstellung wie „An Seite anpassen“ den gesamten Inhalt verändern. Das [AGIS-Benutzerhandbuch des Kantons Aargau, Seite 15](https://www.ag.ch/media/kanton-aargau/dfr/dokumente/geoportal/agisviewer-handbuch.pdf), verlangt für die passende Maßstabszahl einen Ausdruck in Originalgröße und weist auf unterschiedliche Druckdialoge hin.

Suchen Sie im verwendeten Programm nach der entsprechenden Einstellung, etwa „Tatsächliche Größe“ oder einer unveränderten Ausgabe mit 100 Prozent. Diese Beschriftungen sind Orientierungshilfen. Die Bildschirmvergrößerung des geöffneten PDFs und die Skalierung im Druckdialog sind verschiedene Einstellungen.

Eine Leiste mit bekanntem Wert nachmessen

Nehmen wir eine erfundene Vorlage im Maßstab 1:25.000. Ihre durchgehende Maßstabsleiste reicht von 0 bis 1 km. In der vorgesehenen Originalgröße muss dieser Abschnitt vier Zentimeter lang sein: Ein Zentimeter entspricht 250 Metern, vier entsprechen 1000 Metern.

Messen Sie von der Nullmarke bis zur genau bezeichneten 1-km-Marke. Zusätzliche Unterteilungen links von der Null werden dabei nicht mitgemessen. Kontrollieren Sie außerdem die Einheit: „500 m“ verlangt eine andere Vergleichslänge als „1 km“.

Für unsere Vorlage ergeben sich bei gleichmäßiger Skalierung folgende Werte:

Ausgabegröße gegenüber der VorlageLänge der Leiste für 1 kmTatsächliches Verhältnis auf diesem Papier
100 Prozent4,0 cm1:25.000
80 Prozent3,2 cm1:31.250
125 Prozent5,0 cm1:20.000

Eine Verkleinerung auf 80 Prozent macht die dargestellte Landschaft also nicht kürzer. Sie verkürzt nur deren Abbildung. Die Zahl 25.000 im ursprünglichen Text wird dabei mitgedruckt, aber nicht automatisch rechnerisch berichtigt.

Die Tabelle gilt ausschließlich für dieses Rechenbeispiel. Leiten Sie aus dem Format A4 oder A3 allein keinen Skalierungsfaktor ab. Auch eine nur geringfügige automatische Anpassung an Druckränder kann den Ausdruck verändern.

Bei verändertem Ausdruck mit derselben Leiste vergleichen

Eine zusammen mit dem Kartenbild gleichmäßig verkleinerte oder vergrößerte grafische Leiste bleibt als Verhältnisvergleich brauchbar. Voraussetzung ist, dass Karte und Leiste dieselbe Größenänderung erfahren haben. Eine separat eingefügte Leiste aus einem anderen Bild erfüllt diese Bedingung nicht.

Auf dem erfundenen 80-Prozent-Ausdruck messen Sie zwischen zwei Kartenpunkten eine gerade Strecke von 2,4 cm. Die Leiste für 1 km misst auf genau diesem Blatt 3,2 cm. Die Rechnung lautet:

2,4 geteilt durch 3,2, mal 1000 Meter ergibt 750 Meter.

Wer dagegen trotz der Verkleinerung mit „1 cm entspricht 250 m“ rechnet, erhält nur 600 Meter. Das wären für dieses Beispiel 150 Meter zu wenig. Prüfen lässt sich die richtige Zuordnung auch ohne neue Maßstabszahl: 2,4 cm sind drei Viertel der 3,2-cm-Leiste, also drei Viertel eines Kilometers.

Das Ergebnis bezeichnet den geraden Kartenabstand zwischen den gewählten Punkten. Ein Wanderweg mit Kurven ist damit ebenso wenig ausgemessen wie zusätzliche Strecke durch Höhenunterschiede. Aus dieser einzelnen Papiermessung folgt keine Gehzeit.

Wenn die Ausgabe nicht zur Vorlage passt

Für eine Karte, die im vorgesehenen Zahlenmaßstab benutzt werden soll, erstellen Sie einen neuen Ausdruck mit passender Größenwahl. Reicht der bedruckbare Bereich nicht, prüfen Sie Papierformat, Ausrichtung und einen geeigneten Kartenausschnitt. Eine automatische Verkleinerung löst zwar möglicherweise das Platzproblem, erhält aber nicht die ursprüngliche Maßstabszahl.

Fehlt die Leiste ganz oder wurde der Karteninhalt beim Einfügen in ein anderes Dokument in Breite und Höhe unterschiedlich gezogen, lässt sich der Ausdruck nicht durch eine einzige geratene Verhältniszahl retten. Nutzen Sie eine unveränderte geeignete Vorlage oder lassen Sie die Ausgabe erklären.

Messen Sie auf dem Papier statt mit dem Lineal am Bildschirm. Prüfen Sie nach einem erneuten Druck die tatsächlich ausgegebene Seite noch einmal; eine richtige Einstellung beim vorherigen Versuch bestätigt das neue Blatt nicht.

Vor dem Einpacken das ganze Blatt ansehen

Unsere kurze Abschlusskontrolle ergänzt die Maßstabsprüfung:

  • Sind Ausgangspunkt, Ziel und geplanter Rückweg auf den benötigten Seiten enthalten?
  • Bleiben Feldnamen, Wege und die Entfernungsleiste gut erkennbar?
  • Ist die zugehörige Legende vorhanden, gegebenenfalls auf einer zweiten Seite?
  • Stehen Kartenquelle, Datenstand und die eigene Drucknotiz am Blatt oder auf einem beigefügten Zettel?

Ein rechnerisch passender Maßstab bestätigt weder den aktuellen Wegzustand noch eine offene Brücke. Örtliche Hinweise und die Eignung der Route werden gesondert geklärt. Beachten Sie außerdem die Nutzungsbedingungen des Kartenanbieters beim Kopieren und Weitergeben.

Quellen geprüft am 23. Oktober 2026. Gelesen wurden die Druckhilfe des Bundesgeoportals und Abschnitt 10 des AGIS-Handbuchs, Version 2023.06. Zahlenbeispiele, Verhältnisvergleich und Abschlusskontrolle sind eigene redaktionelle Hilfen.

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