Höhenlinien am Bach lesen – wohin zeigt die Spitze im Tal?
Der Beitrag
Wo Höhenlinien ein Bachtal queren, biegen sie zur höher gelegenen Seite ein. Ist der Knick deutlich V-förmig, zeigt seine Spitze bachaufwärts. Der Bach fließt in die andere Richtung. Auf einer Wanderkarte können Sie das prüfen, indem Sie zwei oder drei Höhenlinien entlang desselben Bachs verfolgen und ihre Höhen vergleichen.
Das hilft bei der Vorbereitung einer Runde am Wasser. Liegen zwei mögliche Brücken auf Ihrer Karte dicht beieinander, können Sie die obere und die untere Brücke auf dem Tourenzettel unterscheiden. So lässt sich vor dem Start genauer klären, an welcher Querung der Rückweg beginnt.
Erst die Linienart klären

Suchen Sie den Bach in der Legende und folgen Sie seiner Linie ein Stück. Suchen Sie dann eine beschriftete Höhenlinie, die den Bach kreuzt. Eine Höhenlinie verbindet Punkte gleicher Höhe. Im Tal läuft sie zur höher gelegenen Seite hinein und kommt auf der anderen Seite wieder heraus. Je nach Gelände und Kartenmaßstab kann die Biegung auch rund statt spitz aussehen.
Auch über einen Geländerücken können sich Höhenlinien zu einer Spitze biegen. Dort weist die Spitze hangabwärts. Und an einer Bachmündung können die Gewässerlinien selbst einen spitzen Winkel bilden. Fragen Sie deshalb zuerst, welche Linie Sie gerade verfolgen. Die Regel für die Spitze am Bach bezieht sich auf Höhenlinien, die das Tal queren.
Zwei Brücken auf einer Übungskarte unterscheiden
Stellen Sie sich einen Ausschnitt mit Norden oben vor. Der Bach läuft darauf von rechts nach links. Von links nach rechts schneiden ihn die Höhenlinien 420, 440 und 460 Meter. Die Höhen nehmen nach Osten zu. Die Spitzen der Höhenlinien zeigen nach rechts, der Bach fließt nach links. Dieses Beispiel ist frei erfunden. Es beschreibt keinen wirklichen Bach.
| Auf der Karte | Was Sie daraus lesen | Was Sie auf den Tourenzettel schreiben |
|---|---|---|
| Brücke A liegt zwischen den Höhenlinien 420 und 440 m | Sie liegt weiter bachabwärts | Untere Brücke A |
| Brücke B liegt zwischen den Höhenlinien 440 und 460 m | Sie liegt weiter bachaufwärts | Obere Brücke B |
| Am Bach sind nur ein Knick und keine lesbaren Höhenzahlen zu sehen | Die Linie und ihre Richtung lassen sich auf diesem Ausschnitt nicht sicher zuordnen | Größeren Ausschnitt mit Legende öffnen |
Drehen Sie das Blatt für eine zweite Übung um 180 Grad. Jetzt liegt die höhere Stelle auf dem Tisch links. Die Zuordnung bleibt dieselbe: Die Höhenwerte steigen Richtung Brücke B. Für eine Absprache unterwegs ist „obere Brücke B“ zusammen mit dem Namen am Wegweiser eindeutiger als „die Brücke rechts auf der Karte“.
Den Rückweg mit einem zweiten Merkmal festlegen
Notieren Sie für die gewählte Brücke einen Abzweig oder einen Ortsnamen auf dem geplanten Ufer. Verfolgen Sie auf der Karte den Weg von dort bis zum nächsten bekannten Punkt. So lässt sich prüfen, ob Sie dieselbe Brücke meinen und ob der eingezeichnete Rückweg auf der passenden Seite weiterführt.
Die Höhenlinien beschreiben das Gelände. Ob eine Brücke gerade offen ist oder der Uferweg nach Regen begehbar bleibt, klären Sie anhand aktueller Hinweise und der Beschilderung vor Ort. Ist die geplante Querung gesperrt, gehen Sie über einen bestätigten Rückweg zurück.
Quellen geprüft am 8. November 2026. Die Höhenwerte und die beiden Brücken sind redaktionelle Übungsbeispiele.
- Bundesamt für Landestopografie swisstopo, „Höhenlinien“, zur Darstellung von Tälern und Geländerücken. https://www.swisstopo.admin.ch/de/hoehenlinien
- Maine Sea Grant, „Clean Water“, Anhang B auf Seite 70, Punkte 2 und 5 zu Höhenlinien und Bachrichtung. https://repository.library.noaa.gov/view/noaa/39225/noaa_39225_DS1.pdf
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