Redaktioneller Ratgeber

Ruderergometer: Tempo pro 500 Meter und Durchschnitt richtig lesen

Der Beitrag

Am Ruderergometer bedeutet eine Anzeige wie „3:00 /500 m“: drei Minuten pro 500 Meter. Sie sagt weder, dass Sie bereits drei Minuten gerudert haben, noch dass 500 Meter schon zurückgelegt sind. Erst die Einheit und die Beschriftung verraten, welche Frage eine Zahl beantwortet.

Dieser Beitrag ergänzt die Einführung zum Ruderergometer für Menschen ab 60, die ein Gerät mit Anleitung kennenlernen. Als konkretes Beispiel dient der Concept2 RowErg mit PM5. Andere Geräte können Werte anders benennen oder berechnen. Die Zahlen unten sind erfundene Rechenbeispiele für das Lesen einer Anzeige, keine Trainingsziele und keine Ergebnisse einer getesteten Person.

Die drei Minuten gehören zu einer Strecke

Ein Paar über 60 beim gemeinsamen Fitness- und Krafttraining

„/500 m“ heißt „pro 500 Meter“. Bei gleichem Tempo entsprächen 1000 Meter zweimal dieser Zeit. Je kleiner die Zeit pro 500 Meter, desto schneller das angezeigte Tempo. Das unterscheidet sich von einer Geschwindigkeitsanzeige in km/h, bei der ein größerer Wert schneller bedeutet.

Concept2 erklärt diese Einheit auf seiner PM5-Seite zum Anzeigenwechsel (https://www.concept2.de/support/monitors/pm5/how-to-use). Der Hersteller unterscheidet dabei das Tempo für einen einzelnen Schlag vom Durchschnitt für die gesamte Einheit. Eine wechselnde Zahl während der Bewegung und ein späterer Durchschnitt müssen deshalb nicht übereinstimmen.

Bei konstantem Tempo ergeben sich rechnerisch diese Zeiten:

Erfundenes TempoZeit für 500 mZeit für 1000 m
2:30 /500 m2 Minuten 30 Sekunden5 Minuten
3:00 /500 m3 Minuten6 Minuten
3:30 /500 m3 Minuten 30 Sekunden7 Minuten

Lesen Sie zunächst nur die erste und dritte Zeile: 2:30 beschreibt hier das schnellere Tempo, obwohl die Zahl kleiner ist. Die Tabelle setzt ein gleichbleibendes Tempo voraus; sie verspricht nicht, dass Sie eine längere Strecke mit diesem Tempo bewältigen.

Vier Angaben auf dem Bildschirm auseinanderhalten

Eine Gesamtzeit gehört zur Einheit, die gerade betrachtet wird. Eine Distanz nennt deren Meter. Eine Tempoangabe setzt Zeit und Strecke ins Verhältnis. Die Schlagzahl zählt dagegen Ruderschläge pro Minute. Sie lässt sich nicht allein durch Umbenennen in ein Tempo pro 500 Meter verwandeln.

AngabeWelche Frage beantwortet sie?Was sie allein nicht beantwortet
Zeit, beispielsweise 6:00Welche Zeit gehört zu dieser Anzeige?Wie groß war die zugehörige Distanz?
Distanz, beispielsweise 1000 mWelche Meter gehören zu diesem Ergebnis?Wie lange hat es gedauert?
Tempo, beispielsweise 3:00 /500 mWelche Zeit entspricht 500 Metern bei diesem Tempo?Wie viele Meter sind insgesamt absolviert?
Schlagzahl, beispielsweise 20 spmWie viele Ruderschläge pro Minute werden angezeigt?Welches Tempo pro 500 Meter ergibt sich?

Die Beschriftung der Zeit verdient besondere Aufmerksamkeit: Je nach Modus kann eine Anzeige aufwärts zählen oder die noch verbleibende Zeit zeigen. Fragen Sie die betreuende Person, welcher Modus gerade eingestellt ist, bevor Sie „6:00“ in Ihr Tagebuch übernehmen.

Die Herstellerübersicht „Den PM5 verstehen“ nennt unter anderem Zeit, Distanz, Tempo, Durchschnittstempo und Schlagzahl sowie verschiedene Anzeigeansichten (https://www.concept2.de/training/articles/understanding-pm5). Für das Lesen genügt zunächst eine überschaubare Auswahl. Lassen Sie sich die Felder im Stillstand zeigen; eine unbekannte Zahl ist kein Anlass, während des Ruderns hektisch Tasten auszuprobieren.

Den Durchschnitt aus passenden Gesamtwerten berechnen

Für einen bekannten Gesamtabschnitt lautet die Rechnung: Zeit in Sekunden geteilt durch Distanz in Metern, anschließend mal 500. Das Ergebnis ist die durchschnittliche Zeit pro 500 Meter in Sekunden. Diese Formel veröffentlicht Concept2 auch beim Pace Calculator (https://www.concept2.com/training/pace-calculator).

Beispiel: Eine erfundene zusammenhängende Einheit hat 1000 Meter und 6 Minuten. Sechs Minuten sind 360 Sekunden. Die Rechnung 360 geteilt durch 1000, mal 500 ergibt 180 Sekunden, also 3:00 /500 m.

Auch eine kürzere Distanz kann eine Zeit pro 500 Meter haben. Für erfundene 100 Meter in 36 Sekunden ergibt dieselbe Rechnung 180 Sekunden pro 500 Meter. Die 500 Meter sind dabei nur die Bezugseinheit. Sie wurden in diesem Beispiel nicht tatsächlich absolviert. Das ist ähnlich wie eine Preisangabe pro Kilogramm bei einer kleineren Packung.

Rechnen Sie mit Zeit und Distanz, die zum selben Abschnitt gehören. Die Zeit des gesamten Studiotermins und die Meter einer kurzen Geräteübung passen nicht zusammen. Bei Pausen oder Intervallmodi lassen Sie sich erklären, welche Zeit und welche Meter die jeweilige Ergebniszeile umfasst, statt fehlende Angaben zu schätzen.

Zwei Abschnittstempos nicht ungeprüft mitteln

Die folgende erfundene Einheit besteht ohne Unterbrechung aus zwei unterschiedlich langen Abschnitten. Alle Zeiten gehören genau zu den genannten Metern.

AbschnittDistanzZeitDurchschnitt für diesen Abschnitt
A500 m2:00 Minuten2:00 /500 m
B1500 m8:00 Minuten2:40 /500 m
Zusammen2000 m10:00 Minuten2:30 /500 m

Warum ist das Gesamttempo nicht 2:20? Der einfache Mittelwert von 2:00 und 2:40 gibt beiden Abschnitten dasselbe Gewicht. Abschnitt B ist aber dreimal so lang wie A. Für die gesamte Einheit werden daher zuerst Zeit und Meter addiert: 600 Sekunden geteilt durch 2000 Meter, mal 500 ergibt 150 Sekunden beziehungsweise 2:30.

Das ist eine Rechenübung auf Papier. Sie müssen dafür weder 2000 Meter rudern noch die beiden Abschnittstempos nachfahren. Die Zahlen erklären nur, weshalb unterschiedliche Längen bei einer Zusammenfassung berücksichtigt werden müssen.

„Split“ kann außerdem einen aufgezeichneten Abschnitt meinen

Im Zusammenhang mit Rudern wird „Split“ häufig für die Zeit pro 500 Meter verwendet. In den PM5-Ergebnissen bezeichnet der Hersteller mit Splits auch aufgezeichnete Abschnitte innerhalb einer einzelnen Zeit- oder Distanzeinheit. Die Bedienseite beschreibt diese Unterteilung gesondert; Abschnittslängen können je nach Einstellung variieren.

Deshalb ist eine Ergebniszeile nicht automatisch ein Abschnitt von genau 500 Metern. Lesen Sie ihre tatsächlichen Meter beziehungsweise ihre Zeit. Eine Tempoanzeige mit „/500 m“ und die Länge des aufgezeichneten Abschnitts sind zwei getrennte Angaben. Fragen Sie konkret: „Ist das hier ein Durchschnitt für diese Zeile oder für die ganze Einheit?“

Eine verständliche Notiz nach der Einheit

Notieren Sie erst nach dem Beenden der Bewegung die Gerätebezeichnung, den betrachteten Modus oder Abschnitt, die zugehörige Zeit und Distanz sowie den ausdrücklich bezeichneten Durchschnitt. Falls nur ein momentaner Wert bekannt ist, kennzeichnen Sie ihn so. Er ersetzt keinen nachträglich fehlenden Gesamtdurchschnitt.

Eine mögliche Rückfrage lautet: „Diese Zeile zeigt 1000 Meter und 6 Minuten. Gehören beide zur gesamten Einheit, und ist 3:00 /500 m ihr Durchschnitt?“ Das verbindet die drei Werte, ohne aus ihnen eine neue Belastungsvorgabe zu machen. Welche Bewegung und welcher Umfang für Sie passen, wird gesondert mit der zuständigen Anleitung geklärt.

Quellen und Prüfstand

Quellen geprüft am 13.10.2026. Die offiziellen Concept2-Seiten wurden tatsächlich gelesen. Sie erläutern das genannte Gerät; sie sind keine unabhängigen Produkttests. Tabellen, Zahlenfolgen und Rückfragen sind eigene redaktionelle Erklärhilfen. Es wird keine persönliche Rudererfahrung behauptet.

Persönliche Erfahrungen ersetzen keine medizinische Beratung.

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